nicht egal ! hat geschrieben:"Der Pokal ging nach Italien, aber als Gastgeber hat Deutschland nicht weniger Gründe, um zufrieden zu sein. Hatte man vor der WM den Deutschen wenig Chancen eingeräumt, so konnte Deutschland während des Turniers als eine der wenigen grossen Fussballnationen wirklich überraschen. Die Zukunft muß zeigen ob die Euphorie über die Mannschaft auch zu einem positiveren Selbstbild der Deutschen geführt hat. Es ist eine Tatsache, dass die WM ein Land sehen ließ, das die Scheu, sein Deutschsein herauszukehren, abgeworfen hatte. Nicht gehindert durch eine belastende Vergangenheit assoziert die heutige Generation das Tragen von Schwarz-Rot-Gold nicht mehr ausschließlich mit einem per Definition verwerflichen Nationalismus. Auch die Deutschen haben das Recht, so lautete die implizite Botschaft, stolz auf ihr Land zu sein, ohne Angst zu haben zu müssen, irgendwelcher Überlegenheitsgefühle beschuldigt zu werden. Zudem, was in diesem Zusammenhang ihre Nationalmannschaft betrifft, haben sie dazu vorläufig mehr Recht als wir."
Die , die nach diesem Krieg geboren wurden , können eh überhaupt nichts für diesen Krieg !
Keiner kann / konnte es sich aussuchen wohin er geboren wurde !
Deshalb wehre ich mich auch gegen das Stigmatisieren des Volkes !
Ein ganzes Volk , was nach diesem Krieg geboren ist kann nicht kolektiv schuld sein !
Denn es gilt auch hier :
> Wer ohne Schuld ist , werfe den ersten Stein < !
Allerdings , sollte es für jedes Land dieser Welt klar sein , daß eine Massenvernichtung von Menschen niemals mehr wieder stattfinden darf !
nicht egal !
Man muss schon genau lesen, denn von all' dem, was du sagst, steht da gar nichts. Weder wird der Vorwurf der Kollektivschuld noch überhaupt irgendein Vorwurf wegen des Krieges erhoben.
Es ist vom Selbstbild der Deutschen die Rede. Insofern geht es
hier nicht um irgendwelche antideutsche Vorurteile, sondern wie der Text auch aussagt, um das Selbstbild der Deutschen und ihr, wie ich finde, zu Recht gestörtes Verhältnis zu Patriotismus und Nationalismus.
Es geht
im weiteren bei der ganzen Diskussion auch nicht darum, daß es "für jedes Land dieser Welt klar sein" sollte, daß "eine Massenvernichtung von Menschen niemals mehr wieder stattfinden darf", sondern darum, daß der Holocaust von Deutschland ausgegangen und von Deutschen verursacht wurde. An diesem Faktum ändert auch die Tatsache nichts, daß die heutige Generation Deutscher nichts dafür kann, was ihre Großväter angerichtet haben.
Das heißt, jede Berufung auf "Deutschsein" im Überschwang der Gefühle beinhaltet auch das Wissen, daß es Deutsche waren, die das europäische Judentum vernichtet haben, und daß gerade diese Deutschen ganz fürchterlich stolz darauf waren, deutsch zu sein, ja, daß diese Vernichtung, dieser Völkermord, diese Singularität des Holocaust ganz explizit im deutschen Namen geschehen ist.
Da fällt es irgendwie schwer, keinen Rechtsradikalen zu sehen, wenn jemand sagt, daß er stolz ist, Deutscher zu sein, und er dies nicht ausdrücklich auf die Leistung der Nationalmannschaft bei diesem Turnier beschränkt.
Verännern mutt sien, sä de Düvel, do streek he sien Steert gröön an.
"In der Lebenswelt gibt es drei Kategorien, das Essbare, das Kopulierbare und das Gefährliche"
"Mir gefällt Ihr Benehmen nicht."
"Macht nichts. Ich verkauf's ja nicht."