homer hat geschrieben:Ulli hat geschrieben:Daran sieht man, dass es einigen in OL noch zu gut geht
und
Man muss halt nur bereit sein, 220 bis 250 Stunden pro Monat zu arbeiten.
Wenn ich solche auf gut deutsch gesagt Blödheiten lese platzt mir regelmässig der Kragen.
Man muß nicht unbedingt blöd sein um den Job des Droschkenkutschers zu mögen,
im Prinzip und solange die Rahmenbedingungen stimmen ist das nämlich durchaus eine feine Sache
für die richtigen Leute, vorausgesetzt sie können vernünftig mit Leuten umgehen.
Das aktuelle Problem vor allem in Deutschland ist eine miserable Wirtschaftslage, das Wegbrechen
eines großen Teils der Taxinachfrage infolge von Sozialabbau und Arbeitslosigkeit und
das fortschreitende Lohndumping vor allem durch Großunternehmer im Taximarkt.
Es ist mir unbegreiflich wie jemand dann noch die Stirn hat zum einen Arbeitszeiten von 250 Stunden
pro Monat zu verteidigen und zu behaupten daß es Kollegen "noch zu gut geht".
Für mich ist sowas Ignoranz pur und ganz schön unverschämt gegenüber den Kollegen.
Zunächstmal haben wir nämlich gesetzliche Regelungen zur Arbeitszeit insgesamt
sowie zu den zulässigen Lenk- und Ruhezeiten im gewerblichen Kraftverkehr, die gelten auch für Taxen.
Zum zweiten haben wir von wenigen Spitzenzeiten abgesehen ständig ein erhebliches
Überangebot an Taxen, dem Gutachten zufolge sogar besonders in Düsseldorf.
Wenn dann also ein Wochenendnachtfahrer (und das ist ja nun die klassische Aushilfsschicht)
"nur" acht Stunden fährt und nicht fünfzehn dann sollte Kollege Ulli dafür eher dankbar sein.
Wenn der betreffende nicht zufällig "nur" studiert sondern das Taxifahren ein Zweitjob ist
dann ist ein solches Verhalten aus meiner Sicht sogar vorbildlich -
zumindest aber orientiert es sich auch an den gesetzlichen Bestimmungen.
Vielleicht wäre es ganz ratsam wenn Freund Ulli die mal ein wenig zur Kenntnis nehmen würde
Es gibt auch bei Taxenunternehmen Betriebe die es schaffen ein Schichtsystem mit acht Stunden
Regelarbeitszeit durchzuziehen, also eine Taxe in drei Schichten zu besetzen.
Das mag für den einzelnen Kutscher weniger Geld insgesamt sein, dafür hat er aber etwas
was viele in diesem Gewerbe nur noch aus Erzählungen kennen oder sogar glauben auf dem Halteplatz
zu haben, nämlich Freizeit.
Wenn ich Ullis markige Sprüche hier lese glaube ich manchmal ihm fehlt davon eine ganze Menge.
Ich für mein Teil ziehe es jedenfalla vor zu arbeiten um zu leben und nicht umgekehrt.
In Zeiten mit durchgängig über zehn Prozent Arbeitslosigkeit wäre die korrekte Forderung
die nach einer Reduzierung der wöchentlichen Arbeitszeit und nicht nach ihrer Verlängerung.