wolli hat geschrieben:...und habe für Ulli und dich immerhin "imaginär" den kopf hingehalten!
Sehr imaginär, zumal zu jener Zeit die UDSSR der potentielle Feind war, und daher im Falle einer ernsthaften Auseinandersetzung ein Atomkrieg höchst wahrscheinlich gewesen wäre. Und die kleinen Neutrinos unterscheiden nicht, wie du weißt, zwischen Militärpersonal und Zivilisten.
Verännern mutt sien, sä de Düvel, do streek he sien Steert gröön an.
"In der Lebenswelt gibt es drei Kategorien, das Essbare, das Kopulierbare und das Gefährliche"
"Mir gefällt Ihr Benehmen nicht." "Macht nichts. Ich verkauf's ja nicht."
Quatsch! ...der wehrdienst zu meiner zeit war wesentlich entspannter und ungefährlicher, als der heute!
wenn ich heute einen sohn in dem alter, in dem ich damals war, hätte, müsste ich um ihn mehr angst haben, als es mein vater um mich haben musste! ...
Ob der Wehrdienst früher entspannter war? Für mich nicht, ich habe mir dort eine Wehrdienstbeschädigung geholt, die mich lebenslang begleiten wird.
Damals habe ich den Dienst als enormen Einschnitt in alte Lebensgewohnheiten wahrgenommen und gehofft, daß es das möglichst nicht mehr lange geben möge.
Doch Zeiten und Gedanken ändern sich.
Wenn mit der Abschaffung der Wehrpflicht nicht auch das Militärwesen im Ganzen abgeschafft wird - und darauf brauchen wir wohl nicht bauen - dann wird uns künftig alternativ eine Armee von Berufssoldaten (Söldnern) drohen. Drohen, weil die Schwelle, ab der sie in Aktion gesetzt wird, deutlich niedriger sein wird, als wenn die Gefahr besteht, daß im Krisenfall unfreiwillige Wehrpflichtige zu Schaden kommen könnten. Letztere schickte man nicht so schnell in feindliches Feuer. Da wäre der Groll der Bevölkerung vor.
Daraus folgt: Wenn schon Pflicht, dann für alle. Denn ein bißchen gerechter als zur Zeit sollte es schon zugehen.
Ich befürchte aber, daß die Gedanken zum Thema, die da aus den Kabinettsmitgliedern in spe herausquellen, einen anderen Hintergrund haben.
jr hat geschrieben:
Daraus folgt: Wenn schon Pflicht, dann für alle. Denn ein bißchen gerechter als zur Zeit sollte es schon zugehen.
I
...und war nicht genau dies - nicht Wehr-, sondern Dienstpflicht - wie auch immer die aussehen mag, der Aufhänger dieses Threads ?
...mea culpa, nicht so ganz
...wenn man diese Idee, die ja so ganz neu nicht ist, selbst im Kopfe eines Verteidigungsminister in spe reifen läßt, dürfte doch so viel schlimmes nicht dabei herauskommen - ich habe 2 Söhne, 18 und 19 Jahre alt, denen ich den Begriff " Wehrgerechtigkeit " nicht mehr erklären kann...
Für mich ist das Motto "Alle oder keine(r)" wichtiger als "Brauchen wir diese Einrichtung überhaupt?" Wenn sich schon jemand von Staats wegen die Knochen brechen muß, dann sollen alle eine reelle Chance haben.
Erklären kann man Wehrgerechtigkeit heute wohl nicht mehr. Da gibt es wohl nur schlechte Beispiele.
Otto.
>Angehörige anderer Nationalität (auf jeden Fall aber EU-Ausländer), die hier geboren sind und wie in Ulllis Fall sogar ständig hier gelebt und gearbeitet haben, sollten selbstverständlich nicht nur das kommunale Wahlrecht haben. Dass ihn seine Staatsangehörigkeit vor dem Bund bewahrt hat, finde ich gut.<
jr hat geschrieben:Für mich ist das Motto "Alle oder keine(r)" wichtiger als "Brauchen wir diese Einrichtung überhaupt?" Wenn sich schon jemand von Staats wegen die Knochen brechen muß, dann sollen alle eine reelle Chance haben.
Erklären kann man Wehrgerechtigkeit heute wohl nicht mehr. Da gibt es wohl nur schlechte Beispiele.
Keiner!
Das sind keine zwei Fragen, sondern in Wirklichkeit nur eine.
Wenn schon den Scheiss, dann Berufsarmee.
Zuletzt geändert von Otto am 24.10.2005, 08:43, insgesamt 1-mal geändert.
Verännern mutt sien, sä de Düvel, do streek he sien Steert gröön an.
"In der Lebenswelt gibt es drei Kategorien, das Essbare, das Kopulierbare und das Gefährliche"
"Mir gefällt Ihr Benehmen nicht." "Macht nichts. Ich verkauf's ja nicht."
Auch, wenn die dann irgendwann einmal schneller ins Rennen geschickt wird als uns lieb ist? Macht ja nichts, die Leute bekommen da ja schließlich Geld für.
So wären wir im Irak allemal dabei gewesen, Gerhard hin oder her.
Auch, wenn die dann irgendwann einmal schneller ins Rennen geschickt wird als uns lieb ist? Macht ja nichts, die Leute bekommen da ja schließlich Geld für. So wären wir im Irak allemal dabei gewesen, Gerhard hin oder her.
Das halte ich denn doch für eine recht kühne Behauptung.
Die politisch weise Entscheidung, Bush & Blair ihren völkerrechtswidrigen Wahnsinnskrieg alleine machen zu lassen, hatte aber rein gar nichts damit zu tun, daß wir eine Wehrpflichtarmee und kein Berufsheer haben.
Es war eine der großen politischen Entscheidungen Gerhard Schröders, eine Entscheidung, zu der weder ein Stoiber noch eine Merkel fähig gewesen wären. Was für mich ein Kriterium ist, eine Führungskraft von Hilfspersonal zu unterscheiden.
Verännern mutt sien, sä de Düvel, do streek he sien Steert gröön an.
"In der Lebenswelt gibt es drei Kategorien, das Essbare, das Kopulierbare und das Gefährliche"
"Mir gefällt Ihr Benehmen nicht." "Macht nichts. Ich verkauf's ja nicht."
jr hat Folgendes geschrieben:
Zitat:
Wenn schon den Scheiss, dann Berufsarmee.
Auch, wenn die dann irgendwann einmal schneller ins Rennen geschickt wird als uns lieb ist? Macht ja nichts, die Leute bekommen da ja schließlich Geld für. So wären wir im Irak allemal dabei gewesen, Gerhard hin oder her.
Das halte ich denn doch für eine recht kühne Behauptung.
Du bist sicher, daß das die Entscheidung nicht beeinflußt hätte?