Für mich klingt dein erster Satz eher wie: "wenn die Wähler zu blöd sind, ist die Regierung schuld." Dabei ist das Gegenteil wahr: wenn die Regierung zu blöd ist, sind die Wähler Schuld, denn die haben sie ja schließlich gewählt. Und das wird sich auch bei der nächsten Regierung kaum ändern. Klartext ist das, was man da hört, nun wirklich nicht.jr hat geschrieben:Das ist das große Versäumnis der gegenwärtigen Regierung: Klar machen, was man überhaupt will. Ansagen, wo der Boden erreicht ist. Kein Wunder, wenn die Wähler im Nebel stochern. Wenn jetzt im Herbst eine CDU-geführte Regierung das Ruder übernehmen sollte, mögen ja einige nicht mit den konkreten Folgen zufrieden sein. Doch die große Chance liegt darin, Klartext zu sprechen. Einige aus der Partei versuchen es ja schon mit damit, wenn auch bisher noch ziemlich erfolglos. Bei einem Fortbestehen der jetzigen Mehrheiten brauchen wir aber wohl nicht mal mit dem Versuch rechnen. Alle schönen Vorsätze verpuffen nach dem Wahltermin genauso wie die Energie der Taxiunternehmer, wenn eine Tariferhöhung durchgesetzt ist. Dafür reicht die Kraft nicht - aber das wollen die Leute nicht hören.Nur 25 Prozent der Deutschen würden sich für politische Inhalte interessieren, vor zehn Jahren habe der Wert noch bei 50 Prozent gelegen. Dieses Desinteresse führe zu mangelndem Wissen. "Die Deutschen verstehen die Politik nicht mehr", sagte der Meinungsforscher aus Bielefeld.
Wenn es Klartext ist, daß die Ossies alle undankbar und doof und potentielle Kindermörder sind, dann gute Nacht.
Wenn es Klartext ist, daß die Erhöhung der Mehrwertsteuer ein Gebot der wirtschaftlichen Vernunft (Union) und gleichzeitig ein Verstoß gegen jegliche wirtschaftliche Vernunft ist (FDP), dann gute Nacht.
Wenn Kirchhofs Idee einer Einkommensbesteuerung mit generell 25 Prozent für jeden der Klartext ist, den du willst, dann gute Nacht.
Den einzigen Vorteil, den ich durch eine CDU-Regierung für vier Jahre sehen würde, ist, daß die Wirtschaft wohl nicht umhin kommen wird, etwas mehr im Lande zu investieren und weniger Jobs outzusourcen. Denn wenn trotz der zu erwartenden massiven Steuergeschenke an Wirtschaft & Großverdiener keine (baldige) Wende auf dem Arbeitsmarkt (vor allem auch im Osten) eintritt, wird Angie in vier Jahren weggefegt.