die Unterschicht der Gesellschaft , oder die Unbennenbaren

Merz und Co - nach dem Wetter Top-Thema im Taxi
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jr
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Beitrag von jr »

Otto schrieb:
Nein, es hat anscheinend niemand probiert, dagegen zu klagen, daß es verfassungswidrig ist, jemanden, der dreißig Jahre einbezahlt hat, nach einem Jahr Arbeitslosigkeit genauso zu behandeln wie jemanden, der gerade von zuhause ausgezogen ist.
Wie gesagt: Darüber kann man diskutieren. Eine verfassungsrichterliche Entscheidung dazu wäre interessant. Ich wehre mich jedoch dagegen, das Problem auf Hartz-IV und damit de facto auf den Geldaspekt zu reduzieren. Den Hartz-IV-Empfängern statt 345 Euro eben 500 oder 800 oder was auch immer zu geben, bringt aber bezüglich deren Bereitschaft, aus diesem Status wieder herauszukommen, wohl kaum Fortschritte.

driving pingu schrieb:
@jr Aber WIE?
EIgentlich ist der Zug schon in der Kindergartenzeit abgefahren. Ich meine damit nicht junge Menschen, die eine schlechte Phase haben soder so.
Aber wer unter schlechtesten Bedingungen aufwächst ist einfach irgendwann zu kaputt.
Es ist nie zu spät für irgendetwas. Allerdings verschenkt man, wenn nicht gleich in den ganz jungen Jahren in Teufelskreisläufe eingegriffen wird, die am meisten prägende Phase. Das ist vermutlich das, was Du meinst. An Hilfestellungen für die dem Kinderalter Entwachsenen muß eben gearbeitet werden. Es wird aus aktuellem Anlaß sicher auch einen Schub für die Forschung auf diesem Gebiet geben.
driving pingu
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Beitrag von driving pingu »

in dem Fall würde ich nkicht nie sagen. Guck dir als Extrembeispiel einfach extrem vernachlässigte Kinder mit Folgeschäden an.
(seelische und körperliche Schäden)

Ich werde auch nie verstehen, dass es ja tatsächlich Menschen gibt, die nicht wollen. Harz reicht zum Leben- aber eben kein bißchen mehr.
Was ist mit den Menschen los, dass sie damit zufrieden sind?
Was ist mit den Jugendlichen passiert, dass sie es erstrebenswert finden NICHT zu arbeiten? Warum haben sie keine Träume??

Neulich gab es (mit organisiert von der ARGE) ein Theaterstück von arbeitslosen Jugendlichen.
Die haben dass viel selbst gemacht, war ja auch ganz toll. Aber der Inhalt lässt sich zusammenfassen zu "macht, dass ich Arbeit habe"
Kein bißchen Eigeninitiative, nichts.
Dazu fällt mir dann auch nur noch selbiges ein: nichts
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jr
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Beitrag von jr »

Was ist mit den Menschen los, dass sie damit zufrieden sind?
Diejenigen, die einem von Ottos Lieblingsfeindbildern entsprechen, würden wohl sagen: Die Hartz-IV-Gelder sind eben zu hoch angesetzt, um Eigeninitiative zu fördern.

Ich werde mal ein wenig einseitig und gebe einfach dem TV-Konsum die Schuld. TV führt dazu, daß die andere Seite des Lebens immer mehr ohne jede Reflexion wahrgenommen wird. Man nennt das zu Recht auch gerne Berieselung. Die führt dazu, daß das, was man da sieht, als etwas Starres, Unbeeinflußbares wahrgenommen wird. Interaktion ist bei diesem Medium nicht angesagt. Kein Wunder, wenn daraus auf Dauer abgeleitet wird, daß der Weg eines Menschen von einem Zustand in einen anderen per Knopfdruck möglich sein muß. TV macht es doch vor.

Heute arm, morgen reich - heute allein, morgen im Zentrum der Riesenfete - heute schwach, morgen stark - heute ohne Job, morgen ein TV-Star - das muß einfach möglich sein, wir sehen es doch schließlich täglich.

Daß dafür zumindest Eigeniniative und Arbeit nötig sind, kommt offenbar immer weniger Leuten in den Sinn. Daß im wahren Leben ein Knopfdruck nicht reicht um etwas zu bewegen, das muß wohl der Inhalt der angemahnten Fortbildung für Erwachsene sein. Dazu gehört auch, daß man selbst den ersten Schritt wagt und sich nicht entmutigen läßt, wenn er anfänglich doch ziemlich klein ausfällt. Es gehört auch dazu, denjenigen, die es versuchen, die Zuversicht zu geben, daß sie es schaffen können.
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Adler Auge
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Beitrag von Adler Auge »

driving pingu hat geschrieben:
Ja, es gibt Leute die absolut keine Lust haben zu arbeiten, die faul sind u.s.w.
denen ist eh nicht mehr zu helfen

driving pingu hat geschrieben: Aber es gibt auch genügend andere, bei denen das nicht der Fall ist.
aber von diesen könnte man ja mal verlangen das die sich organisieren und lautstark rebellieren aber nicht in dem sie das arbeitsamt die türen einrennen ,
sonder bei denen die ihre arbeitslosigkeit zu verantworten haben
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n.e !
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Beitrag von n.e ! »

jr hat geschrieben: Daß zur Zeit fast eine Million freie Arbeitsstellen auf ihre Besetzung warten, spricht Bände. Das hat sicher nicht mit Arbeitsscheu zu tun (obwohl die sicher auch hier und da vorliegt) sondern mehr damit, daß immer mehr Leute sich wissensmäßig derart von den gebotenen Jobs entfernt haben, daß das nicht mehr zusammenkommt.

Berichtsmonat September 2006
Region Bundesrepublik Deutschland
Arbeitslose 4.237.835
+ zum Vorjahresmonat -408.670
Arbeitslosenquote 10,1
Vorjahresmonat 11,2
Gemeldete Stellen 620.628
+ zum Vorjahresmonat 154.001

Oh , Jürgen , das kann man so nicht stehen lassen , es sind 4,237 Millionen Menschen ohne Arbeit , wie passt das zu 620.628 Tausend offenen Stellen ?
Und das sind nur die offiziell gemeldeten Arbeitslosenzahlen , die Dunkelziffer ist viel höher und dazu muss man auch noch die " ABM" und Umschuliungsmassnahmen rechnen , die verordneten - 1- Euro Jobs und die Saisonarbeiter , die augenblicklich aus der Statistik fallen .

Wenn man das alles zusammenrechnet ... kann man schwarz sehen für die Menschen , die alleine nur Arbeit benötigen um alleine ihren Lebensunterhalt zu verdienen , von einem gewissen Lebensstandart möchte ich noch nichtmals reden .


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driving pingu
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Beitrag von driving pingu »

jr hat geschrieben:
Ich werde mal ein wenig einseitig und gebe einfach dem TV-Konsum die Schuld.
Glaube ich so nicht. Sicher ist was dran, dass das TV zu einem solchen Denlken verführt. Aber es es sind ja wiederum bestimmte Menschen, die dauernd in die Glotze gucken-
Wieder die Frage: was ist eigentlich Ursache und was Wirkung :?:

(Erinnerst du dich an den angeblich "netten Jungen von nebenan" der in seiner Schule rumgeballert hat? Angeblich war er so durchgeknallt, weil er den ganzen Tag Ballerspiele gespielt hat. Aber: Muss der nicht vorher schon einen an der Waffel gehabt haben oder warum machte der den ganzen Tag nichts anderes??)

Aber, wieder ein Teufelskreis: gerade da, wo mehr aktives/echtes Leben motwendig wäre, findet es beosnders wenig statt
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Otto
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Beitrag von Otto »

4,237 Millionen Menschen ohne Arbeit (...) 620.628 Tausend offenen Stellen?
Auch mit noch so viel Eigeninitiative kommen die Leute nicht an einen Job, solange Wirtschaft und Politik so eklatant versagen.

Wenn da einerseits Resignation oder andererseits kriminelle Energie aufkommt, kann ich das schon verstehen.
Verännern mutt sien, sä de Düvel, do streek he sien Steert gröön an.

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driving pingu
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Beitrag von driving pingu »

Ich nicht. Man wird nicht kriminell, nur weil man keinen Job bekommt.

Die Eigeninitiative wird ja nicht erst gefordert, wenn man seit Jahren zu Hause hockt.

Die Jugednlichen in ihrem Theaterstück haben es aus ihrer Sicht gezeigt- und trotzdem gut demonstriert: Nichts tun, keinen Schulabschluss machen, eine Ausbildung suchen? Och nööö- und dann drauf warten, dass irgendwer etwas tut.

Zu einem Song gab es den Text dazu, sinngemäß stand dort:
ja, ich bin 12 Jahre zur Schule gegangen, ja ich weiß, ich hätte die Schule fertig machen sollen wie mein Bruder (wie lange wqar der wohl dort? 17 Jahre??) Ausbildung hab ich nicht..Aber nun bin ich zu alt dafür (mit 21) ich will schließlich auch noch Familie und so. Warum gibt mir keiner Arbeit?
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n.e !
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Beitrag von n.e ! »

Otto hat geschrieben:
4,237 Millionen Menschen ohne Arbeit (...) 620.628 Tausend offenen Stellen?
Auch mit noch so viel Eigeninitiative kommen die Leute nicht an einen Job, solange Wirtschaft und Politik so eklatant versagen.

Genau und sie versagen immer mehr , also ist es doch nicht verwunderlich , daß man sich einer anderen Politik zuwendet .
Man wendet sich dem zu, der einem die Arbeit verspricht , der sozialen Rückhalt gibt in der Gesellschaft , der den Kindern Perspektiven gibt , oder Freizeitangebote . Was dann der Hintergrund ist wird oft nicht mehr hinterfragt , alleine aus der Not heraus , man kann es dann eigentlich auch keinem verdenken .
Das heißt ganz deutlich , daß nationale Parteien dementsprechenden Zulauf bekommen werden .
Die etablierten Parteien hätten auch Möglichkeiten , aber die ziehen sich zurück , wundern sich , wie alles zu Stande gekommen ist und hüllen sich in Schweigen .
Der Initiator z.B. der Arche für Kinder in Berlin sagte, daß die Politiker verschiedener Parteien zwar mal da waren und geguckt haben , geschwiegen haben und Hilfe ist nie gekommen .
Erst im Wahlkampf wurde wieder über diese Probleme geredet , aber auch danach geschah trotz zahlreicher Versprechen nichts .

Sollte dies so weitergehen , sehe ich Deutschland im Rechtssog verschwinden , es sei denn es wird endlich mal etwas an richtiger Stelle getan.
Kriegsschiffe vorm Libanon kosten z.B. Geld, dienen dem Prestigedenken der Regierung , aber Armut im eigenen Lande wird ignoriert .Dafür ist kein Geld da .
Also wie immer , mit ausserdeutschen Aktivitäten ablenken vom innerdeutschen Problem , eine weit verbreitete Handlungsweise der jeweils Regierenden , nicht nur in unserem Land .

Ich werde meine Entscheidung für eine Partei sehr genau den Handlungsweisen der Politiker anpassen , es wird keine rechte Partei werden , aber mit Sicherheit auch keine der Etablierten !

nicht egal !
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Otto
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Beitrag von Otto »

driving pingu hat geschrieben:Ich nicht. Man wird nicht kriminell, nur weil man keinen Job bekommt.
Selbstverständlich nicht zwangsläufig. Ich wollte auch nur die Pole einer ganzen Bandbreite von möglichen Reaktionen aufzeigen.
driving pingu hat geschrieben:Die Eigeninitiative wird ja nicht erst gefordert, wenn man seit Jahren zu Hause hockt.
Was wäre so schlimm daran, zuhause zu hocken, wenn die Gesellschaft sowieso nicht in der Lage ist, eine entsprechende Anzahl von Jobs zur Verfügung zu stellen. Ich bin für ein Bürgergeld, das es jedem ermöglicht, auch ohne Arbeit ein menschenwürdiges Leben zu führen. Es gibt in unserer Verfassung keine Pflicht zur Arbeit. Das ist nur die protestantische Arbeitsethik, die so tut, als sei arbeiten gut und faulenzen schlecht.
driving pingu hat geschrieben:Die Jugednlichen in ihrem Theaterstück haben es aus ihrer Sicht gezeigt- und trotzdem gut demonstriert: Nichts tun, keinen Schulabschluss machen, eine Ausbildung suchen? Och nööö- und dann drauf warten, dass irgendwer etwas tut.
Da muß ihnen die Gesellschaft wohl Entsprechendes vorgelebt haben.
driving pingu hat geschrieben:Zu einem Song gab es den Text dazu, sinngemäß stand dort:
ja, ich bin 12 Jahre zur Schule gegangen, ja ich weiß, ich hätte die Schule fertig machen sollen wie mein Bruder (wie lange wqar der wohl dort? 17 Jahre??) Ausbildung hab ich nicht..Aber nun bin ich zu alt dafür (mit 21) ich will schließlich auch noch Familie und so. Warum gibt mir keiner Arbeit?
Um Schweine zu hüten, beim Strassenbau zu arbeiten oder den Hof zu fegen, braucht's keinen Abschluß. Nur müssen die entsprechenden Jobs da sein, und deren Schaffung wird man kaum von jenen verlangen können, die nicht einmal ihren Abschluß an der Schule geschafft haben. Hier werden die Verhältnisse und die Verantwortlichkeiten verkehrt.
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Beitrag von driving pingu »

Und wer ist verantwortlich?
Ich musste meinen Schulabschluss auch selbst machen

Was wäre so schlimm daran, zu Hause zu hocken: Für mich geht es beim Arbeiten nicht nur ums Geld. ICH finde dauerndes faulenzen schlecht!
Grundsätzlich nichts zu tun zu haben erschient mir nicht gerade erstrebenswert.

Übrigens kann man "Unterschicht" wohl nicht nur am Einkommen festmachen. Ich kenne Leute mit wenig Gekd, die ich trotzdem nicht dazu zählen würde. Und meine bescheuerte Nachbarin wäre auch nach einem Lottogewinn noch unterste Unterschicht
n.e! hat geschrieben:Man wendet sich dem zu, der einem die Arbeit verspricht , der sozialen Rückhalt gibt in der Gesellschaft , der den Kindern Perspektiven gibt , oder Freizeitangebote ....
Und die meinst, die saufenden, pöbelnden Glatzenträger in Springerstiefeln wollen arbeiten?? Ich glaubs nicht.

Warum muss "jemand" dern Kindern Freizeitangebote machen??
Es gibt sie doch! Dass sie nicht genutzt werden, weil virtuell Menschen abschlachten cooler ist, dafür kann nun wirklich die Politik nichts.

Genau da sehe ich ja das Problem: jeder wartet darauf, dass "jemand" was macht.
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Otto
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Beitrag von Otto »

driving pingu hat geschrieben:Und wer ist verantwortlich?
Ich musste meinen Schulabschluss auch selbst machen
Eben, aber komm' mal runter von deiner individuellen Ebene, hier geht es um gesellschaftliche Mißverhältnisse, die nicht mit einem Verweis auf das übliche "Ich habe es auch geschafft" beseitigt werden können.
driving pingu hat geschrieben:Was wäre so schlimm daran, zu Hause zu hocken: Für mich geht es beim Arbeiten nicht nur ums Geld. ICH finde dauerndes faulenzen schlecht! Grundsätzlich nichts zu tun zu haben erschient mir nicht gerade erstrebenswert.
Nicht arbeiten zu gehen ist nicht dasselbe wie faulenzen oder zu Hause zu hocken. Auch bedeutet es nicht zwangläufig, nichts zu tun zu haben. Für dich geht es beim Arbeiten nur deswegen nicht ums Geld, weil es das in deinem individuellen Fall auch nicht muß. Das ist weder schlimm noch ehrenrührig, aber bei vielen anderen Menschen eben ganz anders.
driving pingu hat geschrieben:Übrigens kann man "Unterschicht" wohl nicht nur am Einkommen festmachen. Ich kenne Leute mit wenig Gekd, die ich trotzdem nicht dazu zählen würde. Und meine bescheuerte Nachbarin wäre auch nach einem Lottogewinn noch unterste Unterschicht
"Money won't change the poor!"
(Ry Cooder: -"The Very Thing That Makes You Rich...")
http://www.youtube.com/watch?v=UZhSSjf7GWk
driving pingu hat geschrieben:Genau da sehe ich ja das Problem: jeder wartet darauf, dass "jemand" was macht.
Ich nicht!
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Otto
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Beitrag von Otto »

Morgen in der ZEIT:

Unterschicht: Warum die Politik ploetzlich die Armen entdeckt
Von Thomas E. Schmidt [Seite 4]

Vorschlaege fuer eine nationale Armutspolitik
Von Nadja Klinger und Jens Koenig [Seite 5]

Armut: Foerdern und fordern - aber bitte mit Sympathie:
Ein Interview mit dem Sozialforscher Ernst-Ulrich Huster [Seite 27]

www.zeit.de
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jr
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Beitrag von jr »

driving pingu schrieb:
Genau da sehe ich ja das Problem: jeder wartet darauf, dass "jemand" was macht.
Sag ich doch, das ist der Nachlaß der TV-Sucht.

@ Otto:
Wie begründest Du Dein Nein dazu?
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Beitrag von driving pingu »

Otto hat geschrieben: Nicht arbeiten zu gehen ist nicht dasselbe wie faulenzen oder zu Hause zu hocken. Auch bedeutet es nicht zwangläufig, nichts zu tun zu haben.
Naja, du hattest das Wort faulenzen ins Spiel gebracht
Für dich geht es beim Arbeiten nur deswegen nicht ums Geld, weil es das in deinem individuellen Fall auch nicht muß.


Für das Geld MUSS doch in Deutschland keiner arbeiten. (Das ist doch das, was ulli anprangert. )

Ich habe auch immer wieder nebenbei gejobbt, als ich noch Sozialhilfe bekam.

Und wer keine Lust zum Arbeiten hat und nicht faulenzt: Kennst du vielleicht jemanden, bei dem das so ist? Der aus Überzeugung keiner Erwerbsarbeit nachgeht aber dafür was Ehrenamtliches macht?

gesellschaftliche Missverhältnisee: Wer ist denn "die Gesellschaft"? Und was kann diese dafür, dass es Jugendliche gibt, die tatsächlich einfach keinen Bock haben? (Was meist die eltern schon vorgemacht haben) Und, was soll man dagegen tun? Einfach genug Geld in die Hand drücken, damit arbeitslosigkeit mehr Spaß macht??
Langzeitarbeitslosen das Kinder bekommen verbieten?


Schön wäre es, wenn wir Kindern schon früh beibringen könten, dass es eben gut ist etwas zu leisten. Das jeder in irgendetwas Erfolg haben kann.

Aber gerade ältere Kinder und Jugendliche muss man schon fast zwingen.

Früher war ich ensetzt, dass es AGs fast nur an den Gymnasien gibt. Schließlich sind dort eher die Kinder zu finden mit den besseren Chancen und den guten Noten. Gerade außerschulische Dinge wie Sport, Musik, Handwerk...wären doch super geeignet, dass auch leistungsschwache Schüler Erfolgserlebnisse haben können. Aber gerade die wollen solche Angebote gar nicht nutzen.
Darum finde ich Ganztagsschuken schon einen guten Weg- da ist eher Zeit für Dinge, die im normalen Schulalltag keinen Platz haben.
Und in irgendwas ist jeder gut!

Und gerade für die Hauptschule finde ich Betriebspraktika wesentlich wichtiger als die Noten! Die müssen stärker bewertet werden!
So bekämen auch Schüler mit nicht so guten Noten bessere Chancen. Was nützen einem zukünftigen Tischler gute Noten, wenn er 2 linke Hände hat?
Ich habe Schüler gesehen, die durch das Praktikum regelrecht verwandelt wurden. Wenn solche Praktika nicht nur irgendwie 3 Wochen ausfüllen sondern Perspektiven bieten können, wäre schon viel erreicht. Da sind dann die Betriebe gefragt. (Es ist jetzt schon schwierig, einen Platz für Hauptschüler zu bekommen)
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n.e !
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Beitrag von n.e ! »

driving pingu hat geschrieben:Und wer ist verantwortlich?
Ich musste meinen Schulabschluss auch selbst machen

n.e! hat geschrieben:Man wendet sich dem zu, der einem die Arbeit verspricht , der sozialen Rückhalt gibt in der Gesellschaft , der den Kindern Perspektiven gibt , oder Freizeitangebote ....
Und die meinst, die saufenden, pöbelnden Glatzenträger in Springerstiefeln wollen arbeiten?? Ich glaubs nicht.

Warum muss "jemand" dern Kindern Freizeitangebote machen??
Es gibt sie doch!
Ich habe ein paar wesentliche Dinge mal rausgenommen aus Deinem Beitrag .
Erstens , Du musstest Deinen Abschluss selber machen , so weit so gut , aber was ist mit denen , die dazu nicht mal die Chance bekommen , weil sie z. B. ständig auf kleinere Geschwister aufpassen müssen , essen kochen , sauber machen etc. wo einfach keine Zeit da ist zum Lernen , von der dementsprechenden Betreuung mal ganz abgesehen . Gründe dafür gibt es viele , nicht nur , daß die Eltern keine Lust dazu haben .. Krankheit , beide Elternteile arbeiten , um ein Auskommen zu sichern , Tod eines Elternteils etc. ?! Haben diese Kinder kein Recht zu lernen , oder eine Chance zu bekommen ?
Zweitens redest Du von pöbelnden Glatzenträgern mit Springerstiefel .. natürlich gibt es diese , aber das ist nicht die Masse derjenigen , die rechts wählen , oder unterstützen .
Rechtsgerichtete Wähler sehen heute nicht mehr so aus , wie Du gerade das übliche Klischee von ihnen heranziehst .
Diese arbeiten heute z.B. durchaus bei der Polizei , oder in anderen normal bezahlten Jobs , allerdings stellen sie dabei oft fest , daß sie mit ihrer Arbeit nicht so viel verdienen , wie andere bekommen , ohne irgendeine Leistung erbracht zu haben und das ist es , was den Hass und das rechtsradikale Denken schürt und zwar durch alle Schichten !

Freizeitangebote gibt es ? Wo denn ?
Jugendclubs und Stadtteiltreffs werden geschlossen , Schwimmbäder und Sportvereine und Hallenspielplätze sind so teuer , daß viele sich dies verkneifen müssen !
Von Besuchen im Phantasialand , oder ähnlichen Institutionen mal ganz abgesehen !
---------------
Menschen die ohne Eigennutz arbeiten :

Es gibt durchaus Leute , die , da sie erwerbslos sind , unentgeldlich bei gemeinnützigen Projekten arbeiten , damit sie etwas Sinnvolles tuen und auch noch anderen Menschen helfen !
Nenn sie meinetwegen Idealisten , aber es ist gut , daß es wenigstens noch ein paar davon gibt .

AG´s :
AG `s in Hauptschulen gab es schon vor 30 Jahren , ob davon alles berufsorientiert war , ist eine andere Frage , aber gegeben hat es sie fast mehr und auch gerade im praktischen Bereich , als in Gymnasien.
Die AG´s im Gymnasium sind zwar durchschnittlich interessant , aber nicht umbedingt praxisbezogen und später im Berufsleben kaum brauchbar , was sich durchaus auch im grundsätzlichen Lehrstoff beider Schultypen wiederspiegelt .
Ich habe in meinem Leben z.B. nie wieder Parabeln berechnen müssen , das hätte ich vielleicht gebraucht , wenn ich Flugkapitän geworden wäre, aber als nützlich kann ich z.B. dies nicht gerade einstufen .

Noten , oder Praxis :
Gute Noten sind zwar nicht alles , aber das Grundverständnis bei arbeitsrelevanten Anweisungen muss dennoch vorhanden sein , da sonst alleine eine einfache Aufgabenstellung zum Desaster führen kann , wenn man nicht mal einen zusammenhängenden Text lesen und verstehen kann .
Ich wäre da für einen soliden Grundstock , den jeder mitbekommen sollte , um später eine Chance zu haben , allerdings gestaltet sich alleine das schon schwierig , wenn beispielsweise keine Diktate mehr geschrieben werden dürfen .
-----------------

Also , wie geht es nun weiter ? Patentlösungen wird es da wohl kaum geben !

n.e !
driving pingu
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Beitrag von driving pingu »

wenn man sich anguckt, was in den entsprechenden Haushalten zu finden ist, dann wird klar, dass die Freizeitgestaltung nicht am Geld liegt.
Von dem Preis einer Playstation kann man lcoker 2 Jahre lange die Mitgliedschaft im Sportverein finanzieren.
Es ist nicht immer das können, es ist oft das wollen.
DAS finde ich aber eigentlich noch schlimmer. Denn wie kann das sein?? Was stimmt da nicht? Und vor allem: wie soll man denn da etwas gegen tun?
Ich hatte ja im letzten Praktikum eine recht schwierige Klasse. Und falls jemand vielleicht doch 'ne Patentlösung hat wie man an 16jährige herankommt, die keinen Boch haben- bitte her damit

Und mir ist schon klar, dass die Rechten nicht nur von den von mir geannten gewählt werden. Aber die brüllen halt am lautesten.
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Ulli

Beitrag von Ulli »

@ nicht egal,

was sind denn rechtsgerichtete Wähler ?

Ich sehe diesbezüglich Klärungsbedarf.
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Beitrag von driving pingu »

Ulli hat geschrieben:@ nicht egal,

was sind denn rechtsgerichtete Wähler ?

Ich sehe diesbezüglich Klärungsbedarf.
:?: He?? Naja, vielleicht..Leute die rechte Parteien wählen?
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Beitrag von Otto »

Ulli hat geschrieben:@ nicht egal,
was sind denn rechtsgerichtete Wähler ?
Ich sehe diesbezüglich Klärungsbedarf.
Unionswähler, FDP-Wähler und NPD-Wähler.

Das sind rechtsgerichtete Wähler.
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