Erster Herbststurm der Koalition
Freitag 8. September 2006, 16:01 Uhr
Berlin (ddp). Ausgeruht kam die große Koalition aus der Sommerpause, doch schon nach einer Woche scheinen Union und SPD ermattet. Mehrere zentrale Reformprojekte wurden verschoben, Qualität gehe vor Schnelligkeit, heißt offiziell die Devise. Die Dauer, bis aus Eckpunkten Gesetzentwürfe werden, lässt aber auf anhaltende tiefgehende Differenzen zwischen den Koalitionären schließen. Nachfolgend ein Überblick über die größten Baustellen der Koalition:
GESUNDHEITSREFORM: Dass der Reformplan nicht zu halten sein würde, war
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der Koalition offenbar schon länger klar. Die Entscheidung, die Reform um drei Monate auf den 1. April 2007 zu verschieben, sei eine «reife Frucht» gewesen, die man «gemeinsam gepflückt» habe, sagte CSU-Landesgruppenchef Peter Ramsauer. Unklar ist auch, wann genau im Jahr 2008 der umstrittene Gesundheitsfonds starten soll. Teile der SPD halten den Fonds für überflüssig. Auch über die Rolle der Privatkassen wird heftig gestritten. Ein Scheitern der Reform wäre fatal für die Koalition. Schon warnt Bayerns Innenminister Günther Beckstein (CSU): «Wenn eine Regierung ihr wichtigstes Reformprojekt zerfleddert, dann ist das existenzgefährdend.»
UNTERNEHMENSSTEUERREFORM: Auch hier lässt sich die Koalition mehr Zeit als geplant. Der Gesetzentwurf soll nun erst im Februar im Kabinett vorliegen. Die Koalitionäre liegen vor allem in zwei Punkten weit auseinander. Die Union besteht auf einer Entlastung der Unternehmen um fünf Milliarden Euro, die SPD will dagegen eine aufkommensneutrale Reform. Zudem stemmt sich die Union in Bund und Ländern vehement gegen die Absicht von Finanzminister Peer Steinbrück (SPD), bei Kapitalgesellschaften künftig auch Finanzierungskosten wie Zinsen oder Leasingraten zu besteuern.
ERBSCHAFTSSTEUERREFORM: Hier wird ebenfalls über den Zeitpunkt gestritten. Die SPD-Fraktion will offenbar das für Jahresende erwartete Urteil des Bundesverfassungsgerichts zur Erbschaftssteuer abwarten. Die Reform, nach der Firmenerben von der Erbschaftssteuer befreit werden, wenn diese den Betrieb zehn Jahre lang fortführen und die Arbeitsplätze erhalten, sollte eigentlich Anfang 2007 in Kraft treten. Die Union hält an dem Termin fest, auf den sich viele Firmen schon eingestellt haben.
ARBEITSMARKT: Im Herbst will die Koalition in die Reform des Niedriglohnsektors angehen. Die Ausgangspositionen sind auch hier unterschiedlich. Teile der SPD dringen auf weitergehende Regelungen als die in der Koalition vereinbarte Ausdehnung der Mindestlohnregelung für die Gebäudereinigerbranche. Die Union lehnt dies ab und setzt dagegen auf Kombilöhne, die Vizekanzler Franz Müntefering (SPD) nur für Arbeitslose über 50 Jahren plant. In der SPD ist selbst dieser Plan umstritten.
KÜNDIGUNGSSCHUTZ: Vereinbart war in der Koalition, die Probezeit bei Neueinstellungen von 6 auf bis zu 24 Monate auszudehnen. Dafür sollte die Möglichkeit wegfallen, Arbeitsverträge ohne Angabe von Gründen zu befristen. Arbeitsminister Franz Müntefering (SPD) legte das Projekt auf Eis, auch die Wirtschaft ist skeptisch. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) will nun mit der Wirtschaft und den Gewerkschaften das Gespräch suchen.
http://de.news.yahoo.com/08092006/336/e ... ition.html
(ddp)
Von Yahoo - Nachrichten
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Die kriegen eh nichts mehr geregelt bis 2009 !
Macht den Weg frei für Neuwahlen !
nicht egal !