moin schwarzer ritter,
da ich in diesem tread das spezielle thema angefangen habe zieh ich mir den schuh mal an
obwohl er mir absolut nicht passt.
Also laß es mich für mich klarstellen : Natürlich kommt es immer auf den jeweiligen
betrieb selber an.
Ich kenne auf gut deutsch gesagt absolute schweinebetriebe die taxen haben und ich kenne
(oder kannte zumindest, da ist mein Kontakt nicht mehr so eng) prima mietwagenbetriebe.
Für ein die-nase-ganz-oben-tragen der einen seite gegenüber der anderen gibts keinen grund,
auf jeden fall nicht pauschal.
Ich gehöre aber nach einigen erfahrungen in und mit diesem gewerbe zu den erklärten Anhängern
eines gesetzlichen ordnungsrahmens der die taxen dem öpnv zuordnet und insoweit auch fördert.
Das mag für einige altmodisch sein und der trend in deutschland und der EU steht ja auch dagegen.
So gesehen habe ich glück daß man in meiner wahlheimat das genauso "altmodisch" sieht.
Hier bei uns gibt es einen ordnungsrahmen für die taxen dernoch deutlich enger ist als der deutsche,
die vorschriften engen das gewerbe durchaus noch mehr ein als es das deutsche PBefG tut.
Ich wage die behauptung daß in diesem ordnungsrahmen (neben der insgesamt gesünderen
wirtschaftlichen lage natürlich) der grund für den sehr hohen wirtschaftlichen erfolg
des taxengewerbes in norwegen liegt.
Das thema mietwagen ist da ganz eindeutig geregelt - es gibt keine.
Es ist noch nichtmal theoretisch die möglichkeit da für sowas eine konzession zu bekommen.
Es gibt hier und da kleine limousinendienste, u.a. für filmaufnahmen etc.
Wären die eine konkurrenz für die taxen dann gäbe es auch das nicht.
Auf der anderen seite sind die gesetzlichen bestimmungen in hohem masse vom gewerbe selbst mit
beeinflusst und dabei kommen ein paar spezialitäten heraus die ich auch deutschland wünschen würde :
- in städten müssen ausnahmslos alle taxen einer funkzentrale angeschlossen sein
(nicht einer bestimmten, es kann durchaus mehrere geben, Oslo hat drei)
- eine konzession für ein eigenes taxi bekommt nur wer bereits mindestens 5 Jahre gefahren ist
- eine zweite konzession bekommt man erst frühestens ein weiteres jahr später
(hier sind örtliche ausnahmen möglich falls es einen mangel an taxen gibt)
- die bezirke limitieren die zahl der taxenkonzessionen (wartelisten)
- andererseits gibt es technisch weniger einengungen :
keine Vorschrift über die Farbe etwa und es dürfen auch busse bis 16 Fahrgästen als Taxi laufen,
technisch vorgechrieben sind nur dachschild, taxameter und alarm (inkl. funk)
Ausgesprochene schweinetaxe habe ich hier noch nirgends gesehen und in
jedem größeren ort gibt es eine meist genossenschaftliche taxizentrale,
im allgemeinen sorgen die auch intern schon sehr weitgehend für ordnung.
Die beiden neuen zentralen in Oslo übertrumpfen die alte traditionszentrale sogar noch weit
was die vorschriften angeht und es gehört alles zum (erfolgreichen) repertoire was einige meiner
lieben freigeistigen kollegen in deutschland als extremistische beschneidung ihrer freiheiten
ansehen : das auto ganz heftig und sehr teuer voll werbung und der kutscher nur in uniform z.B.
Bei dem was dafür dann unterm strich raus kommt würden viele anarchisten aber auch gern uniform tragen...