Herr Beck hätte besser den Mund gehalten!SPD-Chef Kurt Beck übte vorsichtige Kritik an der Kanzlerin. Er sagte in der ARD-Sendung "Bericht aus Berlin", er hätte den Dalai Lama nicht im Bundeskanzleramt empfangen, sondern einen neutralen Ort gewählt. Der hessische Ministerpräsident Roland Koch, der den Dalai Lama bereits am Samstag empfing und dann zu dem Treffen mit Merkel begleitete, sagte in "Bild am Sonntag": "Es ist gut, dass sich Bundeskanzlerin Angela Merkel nicht hat beirren lassen." Der CDU-Politiker betonte, Deutschland könne froh sein, "dass Menschenrechtsfragen für Angela Merkel einen so hohen Stellenwert haben und sie in aller Welt Klartext redet und danach handelt". Auch FDP und Grüne lobten das konsequente Eintreten Merkels für Menschenrecht.
http://www.spiegel.de/politik/deutschla ... 69,00.html
Das ist ja peinlich!
Die OSTSEE-ZEITUNG lobt die Kanzlerin:
"Eine Frau geht ihren Weg. Konsequent, geradlinig, unbeirrt. Merkels Merkmale haben schon Staatschefs anderer Nationen bemerken dürfen. US-Präsident Bush, als es um die Zustände in Guantanamo ging. Polens Präsident Kaczynski, als es um die Änderung der EU-Verfassung ging. Russlands Präsident Putin in der Frage der Menschenrechte. Die Bundeskanzlerin lässt sich nicht erpressen und trennt die Themen. Deutschland reist nicht mehr als ökonomisch devoter Bittsteller durch die Welt."
"Was auch immer das in China noch an Beleidigt-Sein nach sich zieht: Auf deutscher Seite sollte es weiter beide Elemente geben, Klarheit und Zusammenarbeit. Was unter Willy Brandt einmal 'Wandel durch Annäherung' hieß, bleibt ein richtiger Gedanke: Wer kooperiert, lernt vom Partner. Wer aber aus Angst vor dessen Zorn die eigene Meinung versteckt, schadet langfristig auch den eigenen Interessen. Denn Opportunismus ist immer Zeichen der Schwäche", gibt die FRANKFURTER RUNDSCHAU zu bedenken.
"So sehr man in der vergangenen Woche wieder an den innenpolitischen Führungsqualitäten der Bundeskanzlerin zweifeln konnte, so sehr punktet sie in der Außenpolitik. Angela Merkel hat auf ihren politischen Instinkt gehört und nicht auf die Beschwichtiger aus der deutschen Industrie, die fette Aufträge aus der chinesischen Wirtschaft flöten gehen sahen. Doch so kurzsichtig handelt die Führung in Peking auch wieder nicht", ist die RHEINISCHE POST aus Düsseldorf überzeugt.
"Man sollte diese moralgeleitete Außenpolitik nicht als weltfremd oder schädlich abtun. Politisch trägt sie dazu bei, dass Deutschland in der Welt wieder als glaubwürdiger Vermittler ernst genommen wird. Und der Wirtschaft werden Merkels offene Worte auch nicht schaden. Denn China stellt - wie auch Russland - wirtschaftliche Interessen über politische Empfindlichkeiten", lautet das Fazit des HANDELSBLATTS.
Montag, 24. September 2007 07:05 Uhr
http://www.dradio.de/presseschau/20070924070000/
