Naja, auf jeden Fall vom 1. April war Geralds Kolumne im Innenspiegel.
Dem geneigten Leser dieser Zeilen bleibt nur eines zu sagen: "Er hat Recht!"
In der Tat ein trauriges Bild hat der Taxi-Fahrer gegenüber
der Wissenschaftler-Deligation abgegeben. Traurig nicht etwa, weil er
statt Fritz-Bock-Str "Nix-Bock-Str." verstanden und damit die Stimmung
der Herrschaften exakt richtig erfaßt hatte. Traurig auch nicht, daß
er auf das Anraten der Fahrgäste, im Haus des Hörens in der
"Curie-Str." einen Hörtest machen zu lassen, in sein Navi
"Curry" eingegeben hatte und dadurch zur nächsten Pommes-Bude gelotzt
wurde, wo die ausgehungerten Wissenschaftler endlich etwas zwischen
die Zähne bekamen. Traurig auch nicht, weil der Taxi-Fahrer der Deligation
einen Lappen reichte, als sie von der "Großen Wisch" sprachen -
immerhin konnten sie damit den Ketchup von ihrer Hose entfernen...
Nein! Es war alles viel viel schlimmer!! Der Taxi-Fahrer hatte nämlich
sehr lange nicht mehr in den Innenspiegel geschaut! Dabei gehört es
schließlich zu seinen wichtigsten beruflichen Pflichten als
Taxifahrer, in den Innenspiegel zu schauen. Zur Strafe schlug das
Schicksal gnadenlos zu!!!
Hätte er nämlich hineingeschaut, hätte er sich der roten Telefonzelle
in der Marie-Curie-Str. erinnert und des überdimensionalen Lauschers,
mit dem man nicht nur einen "großen Lauschangriff" unternehmen,
sondern auch polizeiähnliche Lautsprecherdurchsagen in Richtung
Studentenwohnviertel machen kann
ihm natürlich das allseits bekannte und beliebte Schaf
in der Großen Wisch! Ja, er hätte die Wissenschaftler-Deligation sogar
zum historisch und wissenschaftlich äußerst bedeutenden Stonehenge
fahren können! Aber nein! Hausaufgaben nicht gemacht!
Und Herr Schwandner? Er hat einfach nur Glück gehabt. Auch ihm würde
es gut zu Gesicht stehen, ab und an mal in den Innenspiegel zu
schauen, um zu wissen, was hinter ihm, in seiner Stadt los
ist. Außerdem: wer immer nur nach vorn schaut, sammelt keine
Ortskenntnisse, dazu muß man auch nach hinten schauen! Hätte er das
gemacht, dann hätte er nämlich auch gewußt, daß der Spezialist
für rote Telefonzellen, Stonehenges und Schafe derzeit nicht am
Bahnhof auf Wissenschaftler-Deligationen wartet. Der
Oldenbürgermeister hätte die taktisch richtigen Schlüsse ziehen müssen
und die Deligation nachts anreisen lassen müssen, damit sie ein
Nacht-Taxi mit einem anderen eingefleischten Innenspiegler bekommt, der
die absurdesten Orte wie z.B. Schafe im Schlafe kennt und auch weiß,
in welchen Straßen sie sind...
