Holgi hat geschrieben:Inwieweit allerdings die Todesstrafe etwas mit einer (anscheinend von Holgi wahrgenommenen) Umkehrung des Täter-Opfer Verhältnisses zu tun haben soll, erschliesst sich mir nicht. Streng logisch würde das bedeuten, dass das Opfer anstelle des Täters eingesperrt wird.
Diese Behauptung von mir hat nun nicht gerade etwas mit der Todesstrafe zu tun, sondern mit der Strafe im allgemeinen.
"Der arme Junge (Täter) hatte ja so eine schlechte Kindheit gehabt.........."
"Wenn die Opfer zu diesem Zeitpunkt nicht an dieser Stelle gewesen wären, dann......." u.s.w.
Das können und werden alles Aussagen irgendwelche Psychologen, Psychotherapeuten und Gutachter sein.
Mir wird schlecht..........!
Aber auch du wirst nicht leugnen können, dass die signifikante Häufung von Kriminalität bei Menschen, die selber (insbesondere als Kinder) Opfer von Gewalt geworden sind, dafür spricht, dass nicht alle Bösen ganz freiwillig böse geworden sind...Die neuere Hirnforschung sagt sogar, dass der freie Wille, so wie wir den Begriff verstehen, eine Illusion ist.
...was, wenn der "arme Junge" bereits in dritter Generation eine "schlechte Kindheit" hatte, wenn die Täter früher selber einmal Opfer gewesen sind und nur weitergeben, was ihnen selbst widerfahren ist. Jedenfalls legen Täterbiographien nur diesen Schluss nahe. Ronnie Rieken, Jürgen Bartsch, Hitler, die Söhne Saddam Husseins, letztlich alles das gleiche:
Die Gutachter erklären sich die "äußerste Brutalität" nicht mit einem Hang zum Sadismus, sondern damit, daß Rieken als Kind nie die Möglichkeit gehabt habe, zu jemandem ein vertrauensvolles Verhältnis aufzubauen. Daß Rieken "in einem familiären Klima der Gewalt" aufwuchs, regelmäßig von Vater, Mutter und später Stiefvater Prügel bezog, das sei mit verantwortlich dafür, daß er bis heute zu keiner Empathie fähig sei, kein Mitgefühl oder Mitleid entwickeln könne. Dieses "emotionale Defizit" wiederum ermögliche ein solch brutales Vorgehen. Die Gewalterfahrung der Kindheit "In seinen Taten hat er die Gewalterfahrung der Kindheit inszeniert, um sie zu überwinden"
http://www.berlinonline.de/berliner-zei ... index.html
Es stellt sich die Frage, ob wir, die wir darüber diskutieren können, mit unseren Familien nicht einfach nur mehr Glück hatten.
"Wenn die Opfer zu diesem Zeitpunkt nicht an dieser Stelle gewesen wären, dann......."
Diesen Satz wirst du wohl kaum in einem Gutachten lesen.
Verännern mutt sien, sä de Düvel, do streek he sien Steert gröön an.
"In der Lebenswelt gibt es drei Kategorien, das Essbare, das Kopulierbare und das Gefährliche"
"Mir gefällt Ihr Benehmen nicht."
"Macht nichts. Ich verkauf's ja nicht."