Indisktutabel

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jr
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Indisktutabel

Beitrag von jr »

http://www.spiegel.de/panorama/justiz/k ... 71616.html
Die beiden 20-Jährigen hatten sich nach Überzeugung der Richter im vorigen März einen spontanen Wettkampf auf einer Ausfallstraße in Köln geliefert.
Spontan? Sowas gibt es bei Autorennen nach meinen Beobachtungen nicht. Das Urteil ist indiskutabel. Umso mehr, als das Opfer ja nur den Auftakt zu einer ganzen Serie machte. Das ist zwar nicht konkret dem verurteilten Fahrer zuzurechnen, aber es zeigt, daß der Druck auf diese Leute erheblich größer werden muß.

In OL hat sich im Hinblick auf die Rennfahrer nach meinem Eindruck nicht sonderlich viel getan. Die ziehen immer noch ihre Runden, mit röhrendem Auspuff und Vollgas vorbei am 2. Revier, mit weit überhöhter Geschwindigkeit durch die Theaterbesucher hindurch, es interessiert offensichtlich niemanden. Umso wichtiger ist es, wenigstens dann, wenn es doch mal schief geht, klar zu zeigen, was Sache ist.
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Otto
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Beitrag von Otto »

Du kannst ruhig jemanden umbringen; Hauptsache, du hast deine Steuern bezahlt.
Verännern mutt sien, sä de Düvel, do streek he sien Steert gröön an.

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jr
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Beitrag von jr »

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yogi
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Beitrag von yogi »

...Amateure - würden sie nur einen Bruchteil unseres Könnens auf die Strasse bringen wäre Vielen geholfen...
Ich habe viel von meinem Geld für Alkohol, Weiber und schnelle Autos ausgegeben ... den Rest habe ich einfach verprasst.
George Best

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jr
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Beitrag von jr »

Protzauto-Szene raubt Nordenhamern den Schlaf

http://www.nwzonline.de/wesermarsch/wir ... 76794.html
Offensichtlich gibt es einen Fachbegriff für die Rennfahrer:
Der behördliche Fachbegriff lautet „Profilierungsfahrer“
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yogi
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Beitrag von yogi »

Urteil Zwei Jahre auf Bewährung für Auenweg-Raser
(...)
www.ksta.de/koeln/urteil-zwei-jahre-auf ... r-23885872
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jr
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Beitrag von jr »

Offenbar werden diese Unfälle wie gewöhnliche Unfälle behandelt.
Der Strafrahmen reiche von einer Geldstrafe bis hin zu fünf Jahren Gefängnis und decke alles ab – von geringsten Verstößen bis hin zum Fall des Fahrdienstleiters der Deutschen Bahn, der mutmaßlich durch ein Handyspiel abgelenkt war und vor zwei Monaten bei Bad Aibling einen Zusammenstoß zweier Züge mit zwölf Toten verursacht haben soll.
Den Grad der Fahrlässigkeit sehe ich bei den Rennfahrern deutlich höher als beim Handyspieler. Daran ändern auch die verheerenden Folgen in Bad Aibling nichts. Wenn der Bahnmann schon seit Jahren im Dienst mit dem Handy herumgespielt und seine Vorgesetzten ihn trotz Kenntnis nicht daran gehindert hätten, dann läge der Vergleich näher.
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yogi
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Beitrag von yogi »

Aachener Straße Mehr als zwei Jahre Gefängnis für Kölner Raser
(...)
Der Angeklagte Arman J. muss für zwei Jahre und neun Monate ins Gefängnis. Das Gericht sah eine vorsätzliche Gefährdung des Straßenverkehrs und den Tatbestand der fahrlässigen Tötung als erwiesen an.
(...)
www.ksta.de/koeln/aachener-strasse-mehr ... r-24101994
...neues aus Köln.
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jr
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Beitrag von jr »

Gute Neuigkeiten.
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Cool Fire
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Beitrag von Cool Fire »

Kudamm-Raser wegen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt
Die beiden Raser überfuhren in der Nacht zum 1. Februar mehrere rote Ampeln. Auf einer
Kreuzung der Tauentzienstraße rammte der 27-Jährige den Jeep. Für den standen die
Ampeln auf Grün - der Wagen wurde durch den Aufprall 70 Meter weit über die Straße
geschleudert. Das Auto des zweiten Fahrers knallte gegen einige Straßenbegrenzungen.
Der Unfallort glich einem Trümmerfeld. Beide Raser wurde kaum verletzt (...)
http://www.morgenpost.de/berlin/article ... teilt.html
Hartes Urteil für ein schweres Fehlverhalten mit tragischem Ausgang...für mich ok!
Don't live for pleasure - make life your treasure!
(Ronnie James Dio)
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yogi
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Beitrag von yogi »

...ich glaube nicht, daß dieses Urteil einer Berufung standhalten wird.
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Otto
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Beitrag von Otto »

Das Auto als Waffe definiert

Die Verurteilung zweier Raser zu lebenslanger Haft habe schon jetzt Rechtsgeschichte geschrieben, meint unsere Kommentatorin Daniela Siebert. Aber hat sie auch eine abschreckende Wirkung auf selbstgefällige Männer am Steuer von PS-überladenen Autos?
(...)
Nun also lebenslang. Führerscheine für immer weg. Das Auto als "gemeingefährliches Mittel" definiert, als Waffe.
(...)
Eine Option gäbe es aber, die ganz sicher helfen würde: Pkw mit so wenig PS, dass ein Rennen gar keinen Spaß machen würde. Die Fahrzeuge der heute Verurteilten hatten 225 respektive 385 PS. Im Ernst: Wer braucht sowas?
(...)
DRadio Kultur
Bisschen hypothetische, aber dennoch durchaus logische Frage am Schluss.

Zur Rechtslage:

§ 211 Mord
(1) Der Mörder wird mit lebenslanger Freiheitsstrafe bestraft.

(2) Mörder ist, wer (....) mit gemeingefährlichen Mitteln (...) einen Menschen tötet.
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jr
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Beitrag von jr »

Also auch der, der offen, aber ohne expliziten Tötungswillen, mit einem Messer a la Crododile Dundee hantiert, wenn ein paar Leute um ihn herum stehen? Moralisch kommt ein solches Urteil gut rüber, letzten Endes gilt aber nicht der Wunsch sondern der Paragraph.

Mal sehen, ob sich Auswirkungen zeigen. Am Sonntagabend lieferten sich die Schwachmaten hier vor Ort jedenfalls mal wieder die üblichen Rennen. Mehrfaches gegenseitiges Überholen bei Nutzung beider Spuren auf dem Theaterwall, es kam niemand entgegen, Zufall, demnächst vielleicht Mord. Einen Messerwerfer würden Polizisten vermutlich zügiger aus dem Verkehr ziehen als diese Leute. In nicht hinnehmbarer Weise gefährlich sind beide.
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Otto
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Beitrag von Otto »

Ich glaube nicht, dass ein Messer ein "gemeingefährliches Mittel" ist. Bei einem Auto ist das anders, da gilt ja schon beim normalen Betrieb die Gefährdungshaftung.
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jr
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Beitrag von jr »

Paßt der Unterschied denn zur damit verbundenen Gefährdung? Wenn das Messer zum Einsatz kommt, ist der Vorsatz anders als beim Auto nicht sonderlich weit weg.
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Karteileiche
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Beitrag von Karteileiche »

Gestern gabs dazu eine halbwegs interessante Gesprächsrunde auf WDR5
http://www1.wdr.de/mediathek/audio/wdr5 ... index.html
Mangels direkter Linkmöglichkeit: Thema Raser wegen Mordes verurteilt.
Dieser Beitrag wurde 666 mal editiert, zum letzten Mal von Gott: Morgen, 23:06.
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yogi
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Beitrag von yogi »

Drei Festnahmen in Mönchengladbach
Tödliches Autorennen - Staatsanwaltschaft wertet Tat als Mord

(...)
Die Tat ereignete sich am späten Freitagabend gegen 23 Uhr auf der Fliehtstraße in der Gladbacher Innenstadt. Laut Polizei lieferten sich drei Autofahrer ein Rennen auf der vierspurigen Straße. Als der 28-jährige Fahrer des schwarzen Seat beim Überhohlen mit hoher Geschwindigkeit auf die Gegenfahrbahn geriet, überfuhr er den 38-jährigen Fußgänger und verletzte ihn dabei tödlich.
(...)
www.rp-online.de/nrw/staedte/moenchengl ... -1.6891157
...seit Jahren werden am Wochenende in MG solche Rennen veranstaltet.
Gut, daß die Polizei die Täter so schnell ermitteln konnte.
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jr
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Beitrag von jr »

Mal sehen, wie lange sie in den Bau dürfen. Die Juristen bewegen sich langsam: http://www.zeit.de/mobilitaet/2017-06/i ... ssprechung

Frage bei den Kommentaren: "Gibt es auch legale Rennen auf unseren Strassen ?" Antwort: "Marathon"

Und auch zum Mordvorwurf findet sich etwas Interessantes:
"Wenn ein Straßenrennen mit Todeserfolg als Mord gewertet wird, muss ein Strassenrennen ohne Todeserfolg immer noch als versuchter Mord angeklagt werden."

In OL waren am Wochenende jedenfalls die üblichen Verdächtigen unterwegs. Auf dem Theaterwall verfehlten sich ein Polizei-Passat und ein Porsche, der die Gegenfahrbahn fürs lautstarke und völlig unsinnige Überholen nutzte, nur um ein paar Sekunden. Die Leute vorm Theater staunten, Freilichtbühne sozusagen, Beifall auch in Zukunft eher unwahrscheinlich.
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yogi
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Beitrag von yogi »

jr hat geschrieben: In OL waren am Wochenende jedenfalls die üblichen Verdächtigen unterwegs.
...in MG treffen sich die üblichen Verdächtigen gerade zum WE an einer beliebten Fetthalle. Hier findest du so gut wie nie Mager - Mix - Motoren.
Das Rennen am Freitag hat hier seinen Ausgang genommen.
Was ich mich frage: Die Treffpunkte sind in aller Öffentlichkeit bekannt, werden von der Polizei allerdings als Tuning - Szene bezeichnet; lt. Polizei gibt es in MG keine Raser - Szene.

http://www.rp-online.de/nrw/staedte/moe ... -1.6893860

Nein, ist nicht aus dem Postillion, sondern Realsatire der Polizei MG.
Als Wochenendnachtschichtfahrer siehst du in der City mindestens eine rennähnliche Situation pro Schicht.
Aber anscheinend hat ja mittlerweile jede größere Stadt eine mehr oder weniger sportlich ambitionierte Tuning - Szene.
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jr
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Beitrag von jr »

Wie muß ein Rennen wohl aussehen, damit Polizisten es als Rennen bezeichnen?
"Bislang spricht nichts dafür, dass sie sich vorher abgesprochen haben", sagte Lingens. Ein gemeinschaftlicher Mord käme nach diesem Erkenntnisstand daher nicht in Betrachtung.
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