jr hat geschrieben:Die Leute sind zunehmend genervt, hier ist es der Lärm, andernorts sind es Karikaturen.
Der Vergleich ist nun wirklich überzogen.
jr hat geschrieben:Ich denke, das ist der Kern der Sache. Die Einsicht, daß Arbeit, ja das Leben selbst, notwendigerweise Begleiterscheinungen mit sich bringen, die anderen nicht gefallen, schwindet in besorgniserregendem Tempo. Der Wille und die Fähigkeit zum Kompromiß, Essenz fast aller politischen Arbeiten, mag unter Kommunalpolitikern noch zu finden sein, in der Bevölkerung sucht man zunehmend vergebens.
Vielleicht liegt das daran, dass gewisse Interessengruppen ihre Interessen immer wieder kompromisslos durchsetzen.
jr hat geschrieben:Ich wohne direkt an der Autobahn. Als ich dorthin zog, bin ich zum Lärm gegangen und nicht er zu mir. Wenn er mit auf den Senkel ginge, würde ich nicht auf die Idee kommen, Einschränkungen zu fordern sondern wegziehen. Im umgekehrten Fall, also wenn der Lärm zum Anwohner kommt, habe ich Verständnis für die Klagen (Bonbon für Otto

). Das dürfte in OL autobahnmäßig aber in den wenigsten Fällen der Fall sein.
Ich habe auch nichts dagegen, dass es
gelegentlich mal laut ist, das gehört dazu. Was mich stören würde, wäre ein beinahe permanenter Bahnverkehr, so dass man die Fenster gar nicht mehr aufmachen könnte.
jr hat geschrieben: Daß es in OL (und nicht nur dort) Leute gibt, die am liebsten absolute Ruhe um sich herum hätten, zeigt nur deren elitäre Abgehobenheit. Fremde Autos in der meiner Straße? Geht gar nicht. Zu viele LKW auf der Straße? Güter sollen auf die Bahn. Bahn vorm Fenster? Muß stillgelegt werden oder raus. Buslinie vorm Haus? Bitte in die Nachbarstraße verlegen. Vor meinem Haus wird ein Haus gebaut? Geht nicht, das Grün muß bleiben. OL soll höhere Häuser bekommen, um Grün zu erhalten? Das paßt ja hier nicht hin. Dazu fallen mir nur böse Worte ein: Armselig, armselig. Mauer drum. Abschließen. Dann ist Ruhe. Wolltet ihr doch, oder habe ich da was falsch verstanden?
Da treffen sich Anspruchsdenken und St. Florian.
Erinnert mich an die Fliegerhorst-Siedlung in Ofen. Zu den Zeiten, als es noch regen Flugbetrieb gab, zogen doch tatsächlich Leute in die Wilhelm-Busch-Str in Ofen, freuten sich über den günstigen Kaufpreis und regten sich anschliessend über den Lärm auf.
Oder nimm' die Leute vom Festungsgraben...wollen innenstadtnah wohnen, aber die damit einhergehenden Nachteile nicht in Kauf nehmen.
jr hat geschrieben:Keine Frage: Wenn Lärm ohne allzu große Reibungsverluste vermeidbar oder reduzierbar ist, dann kann man sich darüber unterhalten. Aber der Hysterie um das Thema kann ich nicht, aber auch gar nichts, abgewinnen.
Ich auch nicht.
Und ich denke bei dem Bahnärger auch viel weniger an den Lärm als an die Tatsache, dass es, wenn die Pläne der Bahn so durchgehen, bald eine reale Mauer in Ofenerdiek geben wird, denn es wird stundenlang unmöglich sein, von der einen Seite des Stadtteils zur anderen zu gelangen.