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Stadt will mehr Tempo-30-Zonen
Verfasst: 19.06.2012, 12:03
von Otto
Stadt will mehr Tempo-30-Zonen
Beschränkung gilt bereits für 93 Prozent aller Straßen im Stadtgebiet
Die Stadtverwaltung will das Tempo-30-Netz im Stadtgebiet weiter ausbauen. Das erklärte Swantje Engel vom städtischen Pressebüro am Montag auf Anfrage der NWZ. Dabei spielten die Pläne von SPD- und Grünen-Politikern, ein generelles Tempolimit von 30 Stundenkilometer einzuführen, keine Rolle. Beim Ausbau der Tempo-30-Zonen setze die Verwaltung in erste Linie auf ihre „langjährige Erfahrung“.
(...)
Als Beispiel für den weiteren Ausbau der Geschwindigkeitsbegrenzungen im Oldenburger Stadtgebiet nennt Swantje Engel die Straße Stau. Wie berichtet, will die Stadt am Stau den Abschnitt von der Güterstraße bis zur Wehdestraße als neue Tempo-30-Zone ausweisen.
(...)
http://www.nwzonline.de/Region/Stadt/Ol ... Zonen.html
1. "langjährige Erfahrung" im Abzocken?
2. damit die Nutten nicht überfahren werden?
Verfasst: 20.06.2012, 01:12
von jr
Eine äußerst merkwürdige Meldung. Das Tempolimit soll ja auf dem Stau nicht eingeführt werden, um diese Straße (beispielhaft) sicherer zu machen sondern um das kommende Reichenwohngebiet mit einem passenden Ambiente zu versehen. Mich wundert, daß du nicht darauf eingehst - überlesen?
Mich ärgert vor allem diese Aussage:
Für Oldenburg sieht Kühme bei einer flächendeckenden Einführung von Tempo 30 aber kaum Auswirkungen. „Mit dem Vorschlag würde sich faktisch nicht viel ändern“, sagt der Polizei-Chef ...
Das paßt in die Reihe der Aussagen, die immer in "kostet ja nichts" münden. Zuletzt ist mir dieses Fazit bei den Forderungen nach mehr Amphibienschutz in Wechloy aufgefallen, wo Kurse für Busfahrer gefordert wurden, wie man den Kröten aus dem Weg fährt. Ein paar Schilder (kostet ja fast nichts), ein paar Kurse (kostet die Stadt ja nichts), die Reihe ließe sich sicher fortsetzen.
Keine Frage: Die Forderung nach weniger Tempo ist legitim. Aber sie bedeutet eben auch, daß man Sicherheitsmängel beim Verkehr und Straßenbau nicht abstellen möchte, weil es einfacher ist, regulierende Vorschriften zu erlassen. Speziell erinnert es mich hier natürlich an die Sperrstunde ... Ein Umweltverträglichkeitsprüfung ist bei unzähligen Baumaßnahmen vorgeschrieben, und wie siehts mit einer Unfallverträglichkeitsprüfung aus?
Keine Frage auch: Es ist eine Unsitte, die Kosten Dritter einfach auszublenden. In Bezug aufs Taxifahren kann man sehr deutlich sagen: Wenn flächendeckend Tempo 30 kommt, dann dürfte ein Preisschub von 20 bis 30 % tagsüber sowie 50 % in den wochenendlichen Nächten fällig werden. Der km/h-Schnitt bei Vollauslastung dürfte von jetzt gut 30 auf gut 20 fallen, die Folgen kann sich jeder selbst ausrechnen. Daß auch das Ausliefern von Zeitungen, Brötchen und anderem betroffen wäre, sollte nicht vergessen werden.
Verfasst: 20.06.2012, 11:35
von Otto
jr hat geschrieben:Eine äußerst merkwürdige Meldung. Das Tempolimit soll ja auf dem Stau nicht eingeführt werden, um diese Straße (beispielhaft) sicherer zu machen sondern um das kommende Reichenwohngebiet mit einem passenden Ambiente zu versehen. Mich wundert, daß du nicht darauf eingehst - überlesen?
Wieso?
"Reichenwohngebiet" steht da nicht im Artikel.
Verfasst: 20.06.2012, 18:25
von jr
Das wirst du sicher auch nicht in den Verwaltungsvorlagen zum Umbau der Straße und des nördlichen Hafenbereichs finden. Faktisch dürfte es aber darauf hinauslaufen. Schau dich mal auf den Seiten der Stadt um.
Die Stadt sieht die Maastrichter Straße als passende Umgehungsmöglichkeit an. Manchmal fragt man sich, ob die wirklich ausreichend über die Verkehrsströme unterrichtet sind.
Verfasst: 23.06.2012, 14:02
von Dirk
Es ist eine Abstimmung mit dem Gaspedal. Sie findet täglich statt – und zwar überall dort, wo am Straßenrand eines dieser Schilder mit rotem Rand und der Zahl 30 in der Mitte steht. Messungen haben ergeben, dass nur jeder fünfte Autofahrer auf die vorgeschriebenen 30 km/h herunterbremst. Im Schnitt rauschen die Autos mit 45 bis 50 Sachen vorbei.
Der Autofahrer, so ließe sich daraus folgern, mag sich nicht bremsen lassen. Und weil es etwa 54 Millionen Führerscheinbesitzer gibt, von denen die meisten wählen dürfen, mutet das Wahlversprechen von SPD und Grünen, das innerörtliche Tempolimit generell auf 30 km/h herabzusetzen, auf den ersten Blick waghalsig an. Aber der Autofahrer ist Autofahrer ja nur so lange, wie er hinter dem Lenkrad sitzt. Er ist auch als Radfahrer unterwegs und täglich als Fußgänger, er ist Elternteil und ruhebedürftiger Anwohner, und in all diesen Rollen findet der Bürger Tempo 30 dann doch wieder gut – gerade rund ums eigene Haus und entlang des Schulwegs seiner Kinder. Doch schon fünf Autokilometer von daheim entfernt, so haben Verkehrspsychologen herausgefunden, hält derselbe Bürger Tempo 60 in einem Wohngebiet für angemessen.
……………..
Unzählige Begleitstudien haben seither belegt, dass alles für Tempo 30 spricht: Der Straßenlärm geht hörbar zurück, es wird weniger Feinstaub aufgewirbelt, es sammeln sich weniger Schadstoffe in der Luft. Vor allem aber giibt es deutlich weniger und zudem weniger schwere Unfälle. Der Anhalteweg ist eben bei Tempo 30 nur halb so lang wie bei Tempo 50.
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Künftig müsste nicht mehr begründet werden, wo Autos warum langsam zu rollen haben, sondern wo sie auf 50 beschleunigen dürfen. Eine Revolution ? Kaum. Auch die eifrigsten Tempolimit – Fans haben nicht vor, auf Pendler Rennstrecken wie Kölns Nord-Süd-Fahrt oder Münchens Mittlerem Ring künftig Schleichverkehr anzuordnen. Psychologisch jedoch wäre Tempo 30 ein Signal: an den Radfahrer, Fußgänger und Anwohner in uns, endlich als gleichberechtigter Verkehrsteilnehmer in den Städten ernst genommen zu werden – und an den Autofahrer in uns, das Sicherheitsbedürfnis der Anderen ernst zu nehmen. Die 90 Sekunden, die ein Autofahrer auf zwei Kilometern verliert, wenn er 30 statt 50 fährt, sollte das wert sein
SZ 19.06.2012
Um auch eimal eine andere Meinung zu Wort kommen zu lassen.
Mir stellt sich auch noch die Frage, ob dann jeder Radfahrer einen Tacho haben muß, denn manchmal schafft man ja durchaus mehr als 30 km/h. Was kostet es dann ? Brauchen wir dann auch Kennzeichen an den Rädern ?
Und hat vielleicht ein Konsortium aus SPD/Grünen Politikern Anteile an Firmen die Tachometer für Fahrräder und Nummernschilder produzieren ?
Verfasst: 24.06.2012, 17:20
von Otto
Der Artikel bezieht sich aber nicht auf Oldenburg, wo bereits 93% aller Straßen 30er-Zone sind, sondern auf die Großstädte, wo es eben keine Radwege usw. gibt.
Es gibt keine rationale Begründung für 30km/h am Stau zwischen Güterstraße und Wehdestraße. Außer der vielleicht, die JR ins Spiel gebracht hat, die Privilegierung künftiger Reichenwohnviertel.
Verfasst: 26.06.2012, 01:58
von jr
Im Schnitt rauschen die Autos mit 45 bis 50 Sachen vorbei.
Das ist einfach nur eine Stammtischparole (der Nichtautofahrer). Im Schnitt fahren Autos sogar leicht unter dem Tempolimit, aber das will ja keiner hören, schon gar kein Anwohner. Belege? Einfach mal genauer hinsehen, wenn die Stadt die Ergebnisse von Kontrollen verkündet, das passiert im Verkehrsausschuß gar nicht mal selten. Ein Indiz liefere ich auch noch: Fast alle Fahrer, die bei uns in einer Tempo-30-Zone geblitzt werden, haben 36, 37 oder 38 auf dem Ticket stehen. Daß nachts kaum noch Verstöße auftauchen, liegt allerdings weniger an der gemäßigten Fahrweise als an der Polizei, die offenbar kaum noch Interesse an Kontrollen hat.
Die 90 Sekunden, die ein Autofahrer auf zwei Kilometern verliert, wenn er 30 statt 50 fährt, sollte das wert sein.
Da ist es wieder das Umsonst-Argument. Gut, nicht ganz umsonst, aber als Vernachlässigbar-Argument kann man es wohl einstufen. Und da wird den Leuten einfach Sand in die Augen gestreut.
Daß es psychologisch vorteilhaft wäre, 50 zur Ausnahme und 30 zur Regel zu machen, mag sein. Daß den Schilderherstellern einfach ein fetter Job zugeschustert werden soll, aber auch. Wer unzählige Schilder austauschen läßt, nur weil die Optik von Pfeilen (z.B. Richtungshinweis) oder ihre Anordnung (Halteverbote) wichtiger als der Sinn der Zeichen zu sein scheint, dem unterstelle ich zunächst immer genau diesen Ansatz.
Verfasst: 26.06.2012, 17:29
von Otto
Verfasst: 27.06.2012, 01:25
von jr
Ganz so einfach ist die Rechnung wohl nicht, aber in der Tendenz stimme ich zu.
Dem Stau steht aber ohnehin ein Stau bevor. Der zukünftige Ausbau (welch ein Wort, eigentlich müßte es Abbau heißen) sieht im Grunde nur noch einen schmalen Miniweg vor, der begrenzt autotauglich ist.
Verfasst: 28.06.2012, 03:57
von Karteileiche
im prinzip her bin ich für tempo 30 in der stadt. sofern sich alle daran halten, würde der verkehr tagsüber um einiges schneller unterwegs sein.
Verfasst: 28.06.2012, 23:43
von minol
Der Leserbrief widerspricht sich selbst. Wenn bei Tempo 30 doppelt so viele Autos auf einer Straße sind wie bei Tempo 60, dann liegt dem die Annahme zu Grunde, daß die Zahl der Autos, die die Straße benutzen fest ist. Also: Die Verkehrsdichte ist zwar doppelt so hoch, der Verkehr selbst aber nicht. (Leserbrief behauptet das Gegenteil).
Dieses Szenario setzt außerdem voraus, daß alle Autos 30 bzw. 60 fahren können. Wie hoch ist die Maximalgeschwindigkeit am Tage? 40 vielleicht. Der Leserbriefschreiber bezieht sich mit dem Verkehrsdichtenproblem also auf eine Zeit, wo gar nicht 60 gefahren werden kann. Nachts, wenn man tatsächlich 60 fahren kann, spielt die Verkehrsdichte keine Rolle. Also ist das Argument hinfällig.
Remmer Witte rechnet nicht mit Anzahl von Fahrzeugen, sondern mit der Zeit, die jemand im Auto sitzt. Wenn die Fahrtzeit wirklich statt 15 nun 30 Minuten gebraucht werden würde, würde sich der ein oder andere über Alternativen Gedanken machen (sehr gut!). Aber so ist es nicht, denn man fährt auf ampelfreien, Störungsfreien Hauptstraßen nicht durchgehend mit Tempo 60. Das Durchschnittstempo ist geringer. Außerdem wird im Durchschnitt wird ein bestimmter Anteil der Fahrt auf T30-Straßen gefahren, Ampeln bremsen die Fahrzeuge. Deshalb verbringt man nicht annähernd die Hälfte der Zeit im Auto, wenn die erlaubte Höchstgeschwindigkeit halbiert wird.
Übrigens - falls es noch nicht durchgedrungen sein sollte: Das Maximaltempo in geschlossenen Ortschaften beträgt 50 km/h, nicht 60 km/h - im Leserbrief wird mit Doppeltem und Halben gerechnet...
Verfasst: 29.06.2012, 02:34
von jr
Deshalb verbringt man nicht annähernd die Hälfte der Zeit im Auto, wenn die erlaubte Höchstgeschwindigkeit halbiert wird.
Die Hälfte?
Verfasst: 29.06.2012, 11:49
von Otto
minol hat geschrieben:Übrigens - falls es noch nicht durchgedrungen sein sollte: Das Maximaltempo in geschlossenen Ortschaften beträgt 50 km/h, nicht 60 km/h - im Leserbrief wird mit Doppeltem und Halben gerechnet...
Pro Achse...

Verfasst: 17.11.2012, 18:44
von jr
Die jüngsten Diskussionen um Streuparkplätze zeigen am Rande auch, wohin der Wind in Bezug auf die Erreichbarkeit der Innenstadt weht:
http://www.nwzonline.de/oldenburg/tempo ... 84108.html
http://www.nwzonline.de/oldenburg/wirts ... 14764.html
Verfasst: 18.11.2012, 13:27
von Otto
Es fahren viel zu viele *** mit dem eigenen Wagen in die Innenstadt.
Verfasst: 18.11.2012, 15:44
von jr
Besser, wenn sie sich ein Taxi teilen

Verfasst: 19.11.2012, 13:39
von Otto
Ja, alle würden Geld, Zeit und Nerven sparen und die Umwelt würde geschont.
Verfasst: 19.11.2012, 13:41
von Karteileiche
mit der vwg könnte man noch mehr geld und sprit sparen

Verfasst: 19.11.2012, 13:44
von Otto
Nee, die fährt zu bescheuert, das hört man von vielen Fahrgästen.
Verfasst: 19.11.2012, 19:55
von Karteileiche
der meinung kann ich mich leider nur anschließen -,-