Denkzettelverbot
Verfasst: 08.03.2016, 00:06
Stehen Politiker, die Sätze wie den zitierten von sich geben, eigentlich noch auf dem Boden des Grundgesetzes?Wahlen seien zu wichtig, um Denkzettel zu verpassen.
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Stehen Politiker, die Sätze wie den zitierten von sich geben, eigentlich noch auf dem Boden des Grundgesetzes?Wahlen seien zu wichtig, um Denkzettel zu verpassen.
Das geht grundsätzlich in Ordnung. Allerdings macht es einen Unterschied, wer diese Meinung in welchem Kontext äußert. Und da sehe ich hier nix Gutes. Aber es paßt zum aufkommenden Erziehungswahn und den damit einhergehenden Belehrungen. Mit einer solchen Aussage hat erst kürzlich eine Parteikollegin von Frau Högl in Osnabrück im Streit um die Neumarktsperrung Aufsehen erregt. Politiker wollen die Sperre, in der Bevölkerung gibt es jedoch massive Vorbehalte. Statt Diskutieren setzen Politiker und Verwaltung allerdings auf Verordnen, Wahlen stören da nur. Es ist für solche Kreise offenbar nicht mehr relevant, was andere wollen. Wo ist dann noch der Unterschied zwischen denen, die das Aufräumen zum Ziel erklärt haben (AfD, hier an die gar nicht gute alte Zeit erinnernd) und denen, die sich dagegen zur Wehr setzen (hier: SPD)? Aufräumen, Belehren (gestern wurde in einem Zeit-Leserkommentar schon die Notwendigkeit von Umerziehung gefordert), andere Meinungen nicht gelten lassen - haben wir es hier nicht in allen Fällen mit Leuten zu tun, die von den Hebeln politischer Macht möglichst weit entfernt sein sollten?Das Grundgesetz befindet ja nicht darüber, ob Frau Högl mit ihrer Meinung richtig oder daneben liegt - es lässt diese Meinung lediglich zu.
...dumme Menschen sind nicht notwendigerweise Faschisten und Faschisten nicht notwendigerweise dumm. Es wäre natürlich schön, wenn es so einfach wäre.Otto hat geschrieben: Dumme Menschen muss man erziehen, auch politisch. Bestimmte Meinungen gehen einfach nicht an. Faschismus ist nun einmal keine Meinung, sondern ein Verbrechen. Es ist ja das Ziel rechtsextremer Parteien, die Meinungsvielfalt und das Parteiensystem grundsätzlich abzuschaffen.
...alleine diese Auszüge von Politikerstatements zu aktellen Wählerentscheidungen lassen mich politische Dummheit woanders als ausschließlich beim Souverän verorten.Mit der Arbeit der Landespolitik von Schwarz-Grün habe der AfD-Erfolg jedoch nichts zu tun, sagt Hessens CDU-Generalsekretär Manfred Pentz.
Schäfer-Gümbel: Der SPD-Chef regte angesichts der niedrigen Wahlbeteiligung eine Änderung des kommunalen Wahlrechts an. "Das Wahlsystem muss einfacher werden", sagte SPD-Chef Thorsten Schäfer-Gümbel am Sonntagabend im hr-Fernsehen. Das Kumulieren und Panaschieren bringe lange Wahlzettel mit sich und überfordere die Bürger.
www.spiegel.de/politik/deutschland/hess ... 80966.html
Aber die Wähler solcher Parteien sind dumm, weil sie letztlich gegen ihre eigenen Interessen wählen.yogi hat geschrieben:...dumme Menschen sind nicht notwendigerweise Faschisten und Faschisten nicht notwendigerweise dumm. Es wäre natürlich schön, wenn es so einfach wäre.Otto hat geschrieben: Dumme Menschen muss man erziehen, auch politisch. Bestimmte Meinungen gehen einfach nicht an. Faschismus ist nun einmal keine Meinung, sondern ein Verbrechen. Es ist ja das Ziel rechtsextremer Parteien, die Meinungsvielfalt und das Parteiensystem grundsätzlich abzuschaffen.
Den Etablierten geht natürlich der Arsch auf Grundeis, wenn die Nazis aufgrund einer geringen Wahlbeteiligung Sitze erringen. Und das Kommunalwahlrecht ist tatsächlich manchmal komplizierter als nötig.yogi hat geschrieben:...alleine diese Auszüge von Politikerstatements zu aktellen Wählerentscheidungen lassen mich politische Dummheit woanders als ausschließlich beim Souverän verorten.Mit der Arbeit der Landespolitik von Schwarz-Grün habe der AfD-Erfolg jedoch nichts zu tun, sagt Hessens CDU-Generalsekretär Manfred Pentz.
Schäfer-Gümbel: Der SPD-Chef regte angesichts der niedrigen Wahlbeteiligung eine Änderung des kommunalen Wahlrechts an. "Das Wahlsystem muss einfacher werden", sagte SPD-Chef Thorsten Schäfer-Gümbel am Sonntagabend im hr-Fernsehen. Das Kumulieren und Panaschieren bringe lange Wahlzettel mit sich und überfordere die Bürger.
Reicht es aus, ein "Anti" davor zu stellen, um sich davon freizusprechen?Faschismus ist nun einmal keine Meinung, sondern ein Verbrechen.
Wer definiert "dumm"?Dumme Menschen muss man erziehen, auch politisch.
Die Wahlbeteiligung lag höher als bei den letzten zwei Kommunalwahlen. Das ging vor lauter Erklärungsversuchen offenbar unter.Den Etablierten geht natürlich der Arsch auf Grundeis, wenn die Nazis aufgrund einer geringen Wahlbeteiligung Sitze erringen.
Und wohl das Ergebnis deutscher Gründlichkeit, alles bis ins Detail regeln zu wollen. Bürokratenland eben. Die Etablierten dürften auch Stimmen verlieren, weil sie die Bürokraten hier nicht im Griff haben oder es ihnen egal ist. Die Zersplitterung der kommunalen Parteienlandschaft und die Sprunghaftigkeit bei Entscheidungen dürfte den Einfluß der Verwaltungen allerdings eher fördern. Politiker kommen und gehen, der Verwaltungsgeist ist dagegen äußerst langlebig.Und das Kommunalwahlrecht ist tatsächlich manchmal komplizierter als nötig.