Grosse Koalition
Verfasst: 11.09.2005, 04:45
Warnungen vor großer Koalition nehmen zu
Union und FDP haben laut Umfragen ihre Mehrheit verloren.
Berlin (dpa) - Eine Woche vor der Bundestagswahl und nach Umfrageneinbußen für die Union warnen Politiker, Industrie und Gewerkschaften verstärkt vor einer großen Koalition. Eine Zusammenarbeit von SPD und Union bedeute Stillstand, hieß es übereinstimmend.
Die Wirtschaft warnte vor einem massiven Schaden für die Unternehmen bei einem Zusammenschluss von SPD und Grünen mit der Linkspartei. Die FDP rief zu einer «Zweitstimmen-Kampagne» auf. Die Union kündigte an, den Wahlkampf bis zur letzten Sekunde zu führen.
Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) lehnt ein Bündnis von Union und SPD ebenso ab wie die IG Metall - allerdings aus unterschiedlichen Gründen. BDI-Hauptgeschäftsführer Ludolf von Wartenberg sagte der «Westdeutschen Allgemeinen Zeitung»: «Die SPD kämpft für ein "Weiter so". Die Union will einen neuen Aufbruch. Das passt nicht zusammen.»
IG-Metall-Chef Jürgen Peters sagte der «Hannoverschen Allgemeinen Zeitung»: «Eine Demokratie lebt davon, dass der Regierung eine starke Opposition gegenübersteht. In einer großen Koalition würde dieser Grundsatz hintangestellt.» Die Linkspartei könnte seiner Ansicht nach dafür sorgen, dass es am 18. September «eine Mehrheit links von der Mitte gibt». Ob es dann aber zu einer rot-rot-grünen Koalition komme, müssten die Parteien untereinander besprechen.
Dagegen warnte Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt erneut vor einer Koalition aus SPD, Linkspartei und Grünen. Im Falle eines rot-rot- grünen Bündnisses werde es «einen dramatischen Stimmungseinbruch» in der Wirtschaft geben, sagte der Präsident der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände, dem Berliner «Tagesspiegel».
Trotz sinkender Umfragewerte für Union und FDP zeigte sich Unions- Kanzlerkandidatin Angela Merkel (CDU) optimistisch, nach der Wahl am 18. September eine bürgerliche Koalition zu erreichen. «Wir haben alle Chancen, die Wahl zu gewinnen», sagte sie der «Neuen Osnabrücker Zeitung». Sowohl Merkel als auch der Hamburger Bürgermeister Ole von Beust (CDU) sprachen sich gegen eine große Koalition mit der SPD aus. «Große Koalition bedeutet Stillstand, Rot- Rot-Grün Rückschritt», sagte von Beust der «Bild»-Zeitung.
Der Chef der Linkspartei, Lothar Bisky, sieht einer möglichen großen Koalition dagegen gelassen entgegen. Seine Partei könne sich als starke Opposition profilieren, sagte er den «Potsdamer Neuesten Nachrichten».
Im Rahmen einer «100-Stunden-Kampagne» will die Union nach Informationen der «Welt am Sonntag» bis zuletzt um jede Stimme kämpfen. «Der Wahlkampf endet erst am 18. September um 18.00 Uhr. Wir müssen Respekt vor dem Wähler haben, und es kommt auf jede Stimme an», sagte Merkel der «Bild am Sonntag».
FDP-Vize Rainer Brüderle forderte seine Partei auf, in den letzten Tagen vor der Wahl eine «massive Zweitstimmenkampagne» zu beginnen. «Wir alle in der Führungsspitze der FDP müssen jetzt stärker zuspitzen», sagte Brüderle der «Bild am Sonntag».
Grünen-Chefin Claudia Roth sagte der dpa, die jüngsten Umfragen zeigten, «dass wir uns überhaupt nicht abfinden müssen mit Schwarz- Gelb oder mit einer großen Stillstandskoalition», sagte Roth. Rot- Grün habe eine Chance.
Artikel vom 10.09.05 14:06
Quelle: WZ
Von mir kein Kommentar...
Union und FDP haben laut Umfragen ihre Mehrheit verloren.
Berlin (dpa) - Eine Woche vor der Bundestagswahl und nach Umfrageneinbußen für die Union warnen Politiker, Industrie und Gewerkschaften verstärkt vor einer großen Koalition. Eine Zusammenarbeit von SPD und Union bedeute Stillstand, hieß es übereinstimmend.
Die Wirtschaft warnte vor einem massiven Schaden für die Unternehmen bei einem Zusammenschluss von SPD und Grünen mit der Linkspartei. Die FDP rief zu einer «Zweitstimmen-Kampagne» auf. Die Union kündigte an, den Wahlkampf bis zur letzten Sekunde zu führen.
Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) lehnt ein Bündnis von Union und SPD ebenso ab wie die IG Metall - allerdings aus unterschiedlichen Gründen. BDI-Hauptgeschäftsführer Ludolf von Wartenberg sagte der «Westdeutschen Allgemeinen Zeitung»: «Die SPD kämpft für ein "Weiter so". Die Union will einen neuen Aufbruch. Das passt nicht zusammen.»
IG-Metall-Chef Jürgen Peters sagte der «Hannoverschen Allgemeinen Zeitung»: «Eine Demokratie lebt davon, dass der Regierung eine starke Opposition gegenübersteht. In einer großen Koalition würde dieser Grundsatz hintangestellt.» Die Linkspartei könnte seiner Ansicht nach dafür sorgen, dass es am 18. September «eine Mehrheit links von der Mitte gibt». Ob es dann aber zu einer rot-rot-grünen Koalition komme, müssten die Parteien untereinander besprechen.
Dagegen warnte Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt erneut vor einer Koalition aus SPD, Linkspartei und Grünen. Im Falle eines rot-rot- grünen Bündnisses werde es «einen dramatischen Stimmungseinbruch» in der Wirtschaft geben, sagte der Präsident der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände, dem Berliner «Tagesspiegel».
Trotz sinkender Umfragewerte für Union und FDP zeigte sich Unions- Kanzlerkandidatin Angela Merkel (CDU) optimistisch, nach der Wahl am 18. September eine bürgerliche Koalition zu erreichen. «Wir haben alle Chancen, die Wahl zu gewinnen», sagte sie der «Neuen Osnabrücker Zeitung». Sowohl Merkel als auch der Hamburger Bürgermeister Ole von Beust (CDU) sprachen sich gegen eine große Koalition mit der SPD aus. «Große Koalition bedeutet Stillstand, Rot- Rot-Grün Rückschritt», sagte von Beust der «Bild»-Zeitung.
Der Chef der Linkspartei, Lothar Bisky, sieht einer möglichen großen Koalition dagegen gelassen entgegen. Seine Partei könne sich als starke Opposition profilieren, sagte er den «Potsdamer Neuesten Nachrichten».
Im Rahmen einer «100-Stunden-Kampagne» will die Union nach Informationen der «Welt am Sonntag» bis zuletzt um jede Stimme kämpfen. «Der Wahlkampf endet erst am 18. September um 18.00 Uhr. Wir müssen Respekt vor dem Wähler haben, und es kommt auf jede Stimme an», sagte Merkel der «Bild am Sonntag».
FDP-Vize Rainer Brüderle forderte seine Partei auf, in den letzten Tagen vor der Wahl eine «massive Zweitstimmenkampagne» zu beginnen. «Wir alle in der Führungsspitze der FDP müssen jetzt stärker zuspitzen», sagte Brüderle der «Bild am Sonntag».
Grünen-Chefin Claudia Roth sagte der dpa, die jüngsten Umfragen zeigten, «dass wir uns überhaupt nicht abfinden müssen mit Schwarz- Gelb oder mit einer großen Stillstandskoalition», sagte Roth. Rot- Grün habe eine Chance.
Artikel vom 10.09.05 14:06
Quelle: WZ
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