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Nach der Wahl

Verfasst: 28.09.2009, 19:32
von jr
Ich lasse die Sonntagsfrage mal für die nächsten Wahlen offen und mache hier weiter:
Seehofer ist ratlos. "Wir haben es offenbar mit einer verfestigten Veränderung der Parteienlandschaft zu tun", sagt er.

http://www.spiegel.de/politik/deutschla ... 55,00.html
Verfestigte Veränderung? Welch ein Ausdruck!

Verfasst: 28.09.2009, 20:19
von Otto
Nach der Wahl ist vor der Wahl.

Ich bin für ein Atommüll-Endlager in Bad Zwischenahn, wer Schwarz-Gelb wählt, muss dafür sein.

Verfasst: 28.09.2009, 22:32
von jr
Ich wußte gar nicht, daß es unter dem Ort hohl ist. Heute nachmittag trat ich selbst dort in Wasser, wo ich es gar nicht erwartete ;-)

Verfasst: 28.09.2009, 23:13
von minol
Wer weiß, vielleicht ist ja das Zwischenahner Meer aufgrund der Hohlräume
im Salzstock unter dem Boden entstanden...

Verfasst: 29.09.2009, 02:50
von Otto
Der Niedersächsische Umweltminister Hans-Heinrich Sander (FDP) bringt den Kurort Bad Zwischenahn (Kreis Ammerland) als Alternative für das Atommüll-Endlager Gorleben ins Spiel. Aufgrund seiner geologischen Vorzüge sei die Region als Endlager geeignet, sagte Sander in einem Radio-Interview.
http://www.nwzonline.de/index_regionala ... id=2090264

Verfasst: 29.09.2009, 13:51
von jr
Dann gibts ja ein wassergekühltes Endlager. Das ist bestimmt besser, als wenn die Fässer einfach luftig vor sich hingammeln.
Zudem distanzierte sich der erweiterte Landesvorstand demnach von der Agenda 2010, die unter anderem die Hartz-Gesetze regelt.

http://www.spiegel.de/politik/deutschla ... 29,00.html
Kann es sein, daß das Problem nicht nur im falschen Programm liegt sondern vor allem in der Sprunghaftigkeit der Partei, die wohl in Kürze ihren nächsten Interimsvorsitzenden einsetzen wird? Wie kann man deutlicher demonstrieren, daß Verläßlichkeit und Standhaftigkeit eine Tugend ist, über die man nicht verfügt?

Verfasst: 29.09.2009, 15:40
von Otto
jr hat geschrieben:Dann gibts ja ein wassergekühltes Endlager. Das ist bestimmt besser, als wenn die Fässer einfach luftig vor sich hingammeln.
So kann man das natürlich auch sehen, wenn sich die Oldenburger ein nukleares Endlager wünschen und CDU/FDP wählen...
jr hat geschrieben:
Zudem distanzierte sich der erweiterte Landesvorstand demnach von der Agenda 2010, die unter anderem die Hartz-Gesetze regelt.

http://www.spiegel.de/politik/deutschla ... 29,00.html
Kann es sein, daß das Problem nicht nur im falschen Programm liegt sondern vor allem in der Sprunghaftigkeit der Partei, die wohl in Kürze ihren nächsten Interimsvorsitzenden einsetzen wird? Wie kann man deutlicher demonstrieren, daß Verläßlichkeit und Standhaftigkeit eine Tugend ist, über die man nicht verfügt?
Ja, dämlich, nicht wahr?

Dabei gibt es längst ein Verfassungsgerichtsurteil, dass die Zusammenlegung von Arbeits- und Sozialverwaltung für verfassungswidrig erklärt hat.

Anstatt im Wahlkampf Konzepte vorzulegen, wie die geforderte Neuregelung aussehen könnte, trägt man wieder die altbekannten Grabenkämpfe aus.

Verfasst: 29.09.2009, 16:18
von jr
Mit dem Verfassungsgericht haben ja alle ein wenig Probleme, warum also darauf hören?

Man könnte die SPDler fast des Weicheitums beschuldigen. Und das kommt wie auch sonst im Leben selbst dann nicht an, wenn man auf der gleichen Seite steht. Vielleicht kommt es sogar dann erst recht nicht an.

Es wird wohl noch ein Weilchen dauern, bis die Partei das merkt. Zudem hat sie ein Handicap, das sich die nächsten vier Jahre ähnlich nachteilig auswirken dürfte: Es gibt derzeit keinen Beißer. Keinen, der poltern kann, keinen, der die Konkurrenz auch im parlamentarischen Nahkampf in die Zange nimmt. Es ist die letzten 4 Jahre einfach zuviel Weichspüler eingefüllt worden. Alles Kantige ist abgeschliffen. Und das scheint sich sogar bis in die Nachwuchsarbeit fortzupflanzen.

So ist es kein Wunder, daß auch die Nachwuchswähler sich anderen Parteien zuwenden. Die Erfahrungen zeigen, daß Parteien gelegentlich "ihre Wählergeneration" mitschleppen. Deswegen wird die Luft für die Grünen jetzt dünner, die für die SPD ganz dünn. Beide liegen bei den Jungwählern im mittleren Zehner-Bereich, die Piraten waren ihnen dieses Mal schon hart auf den Fersen.

Verfasst: 29.09.2009, 18:02
von Otto
Verkehrte Welt:
die Rentnerpartei mit 1,19 Prozent in der Kita Harreweg. Die Piratenpartei schnitt im Büsingstift am besten ab – mit 6,59 Prozent!
http://www.nwzonline.de
/index_regionalausgaben_stadt_oldenburg_artikel.php?id=2118825
Rentner in der Kita, Piraten im Altenheim... :wink:

Verfasst: 29.09.2009, 18:06
von Otto
jr hat geschrieben:Man könnte die SPDler fast des Weicheitums beschuldigen. Und das kommt wie auch sonst im Leben selbst dann nicht an, wenn man auf der gleichen Seite steht. Vielleicht kommt es sogar dann erst recht nicht an.
Sachfremde Erwägungen führen automatisch zu falschen Ergebnissen.
jr hat geschrieben:So ist es kein Wunder, daß auch die Nachwuchswähler sich anderen Parteien zuwenden. Die Erfahrungen zeigen, daß Parteien gelegentlich "ihre Wählergeneration" mitschleppen. Deswegen wird die Luft für die Grünen jetzt dünner, die für die SPD ganz dünn. Beide liegen bei den Jungwählern im mittleren Zehner-Bereich, die Piraten waren ihnen dieses Mal schon hart auf den Fersen.
Bloss, dass diese anderen Parteien offensichtlich auch keine Nichtwähler motivieren können, sondern sich lediglich aus dem normalen Spektrum derjenigen bedienen, die sowieso zur Wahl gehen.

Verfasst: 29.09.2009, 18:44
von Otto
kleiner Trost:
Mouseland
The mice voted in black cats, which represented the Progressive Conservative Party, and then they found out how hard life was. Then they voted in the white cats, which symbolized the Liberal Party. The story goes on, and a mouse gets an idea that mice should run their government, not the cats. This mouse was accused of being a Bolshevik, and imprisoned. However, the speech concludes by saying you can lock up a mouse or a person, but you can't lock up an idea.
http://en.wikipedia.org/wiki/Mouseland
http://www.youtube.com/watch?v=gqpFm7zAK90

Verfasst: 29.09.2009, 21:08
von jr
Wenn da man "an idea" wäre.

Verfasst: 29.09.2009, 22:09
von jr
Die Altersheim-Piraten waren mir beim Zählen auch aufgefallen, einfach kurios. Wohnt in dem Einzugsbereich noch jemand? Vielleicht die Finanzamtsmitarbeiter mit Zweitwohnsitz, die ausnahmsweise zugelassen wurden? Der Pferdemarkt zählt jedenfalls nicht dazu.

Wer übrigens glaubt, die SPD komme automatisch unter die Räder, wenn Links gewinnt, könnte irren. Im Saarland sind es vor allem die Grünen, denen die Stimmen fehlen. Die SPD liegt dagegen über Bundesschnitt und die Linke auf Ost-Niveau.

Verfasst: 30.09.2009, 07:26
von Otto
Die Kürzung von Sozialleistungen ist schon beschlossene Sache bei CDU und FDP, der Atomausstieg wird rückgängig gemacht - ein echter Wahlerfolg für die Linkspartei und die Grünen.

Verfasst: 03.11.2009, 14:06
von Otto

Verfasst: 03.11.2009, 15:33
von jr
Die SPD hat immer noch nicht so recht realisiert, daß sie vom Ruder entfernt wurde, wie man am Wochenende bei Anne Will sehen konnte, wo NRW-Frau Hannelore Kraft sich die ganze Sendung über in herablassendem Grinsen erging. Man fragt sich, ob die Leute dumm sind oder uns "nur" für dumm verkaufen wollen.

Verfasst: 14.11.2009, 06:25
von Otto
Tagträumereien
"Selbst der geballte wissenschaftliche Sachverstand reicht nicht, um die wirtschaftspolitische Geisterfahrt von Union und FDP zu stoppen."

http://www.spiegel.de/politik/deutschla ... 77,00.html

Verfasst: 15.11.2009, 21:26
von n.e !
jr hat geschrieben:Die SPD hat immer noch nicht so recht realisiert, daß sie vom Ruder entfernt wurde
.... woran das wohl liegen mag .... das die gute alte

SPD es immer noch nicht erkannt hat ... ??

Fakt ist jedenfalls , das der SPD Wähler in Richtung Linkspartei abhandengekommen sind , weil die SPD keine Arbeitnehmerpartei mehr ist und gleichzustellen ist mit der CDU - das was der SPD bleibt ist nur noch ein Hauch der ursprünglichen Arbeiterpartei .
Fazit : Eine ganz einfache profillose in sich zerrissene Partei .

Es lebe die Arbeiterbewegung ... :mrgreen:

n.e !

Verfasst: 16.11.2009, 11:37
von Otto
Bloß, wo kriegst du noch Arbeiter her, die diese Partei dann auch wählen?

Verfasst: 16.11.2009, 12:03
von jr
Fakt ist jedenfalls , das der SPD Wähler in Richtung Linkspartei abhandengekommen sind
Die Linke hat zwar ihre zusätzlichen Stimmen fast ausschließlich von der SPD bekommen, aber die SPD hat sie nicht ausschließlich an sie verloren. Ganz im Gegenteil: Die jetzige Regierungskoalition hat deutlich mehr Stimmen von früheren SPD-Wählern hinzugewonnen als Die Linke. Wie erklärst Du das?